Persönliche Entwicklung zeichnet sich nicht nur durch dein Aussehen aus..

Wie gestaltet sich eigentlich der Weg zu einer (interkulturellen) Kompetenz? Wie erlange ich diese? Und wie gestalten sich die Arbeitsbedingungen in Amerika und Deutschland?
Nach diesen Fragen richtete sich unsere letzte Session zum Thema Grenzen und Zugehörigkeit.


Nach einem kurzen Rückblick auf das Thema Leadership Styles der vergangenen Woche und einer kleinen Zusammenfassung, wurde die Session mit einer Einstiegsfrage begonnen.

Freitagabend… in der Pandemie: Was machst du am liebsten?

Nach einer kurzen internen Umfrage wurde schnell klar, dass viele, die einst eher mit Freunden um die Häuser zogen, mehr Zeit im engeren Kreis der Familie verbrachten und etwas “ruhiger” geworden sind.
Daran anschließend sollten beurteilt werden, wofür man besonders dankbar ist und worüber man sich nun keine Gedanken mehr machen muss.
Auch hier waren die Aussagen sehr ähnlich: Viele sind dankbar dafür, dass sie gesund geblieben sind, dass sie ihren Job behalten konnten, bzw. dass das hybride Arbeiten eingeführt wurde, dass die Freundschaften trotz Kontaktbeschränkungen dennoch gehalten haben und man sich keine Gedanken mehr um die Maskenpflicht macht, da Corona und auch die Masken nun schon fast zwei Jahre unser alltägliches Leben bestimmen.

Stimmt du dieser Aussage zu?

Wie (interkulturell) kompetent bist du?

Dr. Milton J. Bennett

Im Alltag und auch in der Pandemie ist es sehr wichtig, dass man sich in andere Kulturen einfühlen kann, bzw. diese verstehen und respektieren sollte. Jedoch ist das nicht bei jedem so und es gibt unterschiedliche Ansichten zu dem Thema interkulturelle Kompetenz.
Dr. Milton J. Bennett hat das sog. Developmental Model of Intercultural Sensitivity (Entwicklungsmodell interkultureller Sensibilität / DMIS) entwickelt, an dem erkennbar sein soll in welchem Stadium der interkulturellen Entwicklung man sich befindet:

Auf welcher Stufe befindest du dich gerade?

Das DMIS ist ein Modell, dass die Reaktionen von Menschen beschreibt, die mit kulturellen Unterschieden umgehen und beinhaltet 6 Stufen:

  • Ablehnung (Denial):  Menschen weigern sich zu erkennen, dass kulturelle Unterschiede existieren
  • Verteidigung (Defense): Menschen empfinden in ihrer polarisierten Weltsicht das Andere als bedrohlich
  • Minimierung (Minimization): Eine Person kann die Polarisierung hinter sich lassen, in dem sie das „gemeinsame Menschliche“ und menschliche Bedürfnisse und Gefühle stärker beachtet, sollte aber, um der tatsächlichen Komplexität gerecht zu werden, ein stärkeres Bewusstsein für die eigene kulturelle Prägung entwickeln und lernen, dass es neben den Gemeinsamkeiten auch zahlreiche kulturelle Unterschiede gibt
  • Akzeptanz (Acceptance): Man sollte sein Wahrnehmung für kulturelle Kontraste schärfen, kulturelle Unterschiede in den Blick nehmen und den kulturellen Perspektivwechsel üben
  • Anpassung (Adaptation): Man sollte die Fähigkeit zum Perspektivwechsel weiter perfektionieren und die Fähigkeit zur Empathie weiter ausbauen.
  • Integration (Integration): Ein Mensch hat ein Zugehörigkeitsgefühl zu zwei oder mehreren Kulturen entwickelt. Er/sie kann gut mit kultureller Relativität umgehen und angemessen reagieren – je nach kulturellem Kontext.

Die konventionelle und kapitalistische Arbeitswelt in Amerika

In den amerikanischen US-Staaten herrschen unterschiedliche Arbeitsrechte. Ein Großteil der Staaten vertritt das Recht auf Arbeit, welches den Arbeitnehmern die Freiheit gibt zu wählen, ob sie einer

Gewerkschaft beitreten und Beiträge zahlen wollen oder nicht.
Die übrigen US-Staaten fungieren als Gewerkschaftsstaaten, das bedeutet sie verlangen von den Arbeitnehmern, dass sie als Bedingung für die Beschäftigung Gewerkschaftsbeiträge zahlen müssen. Diese Beiträge sollen für bessere Arbeitsbedingungen und Leistungen innerhalb der jeweiligen Branchen, Gewerbe und Unternehmen sorgen.

“In our glorious fight for civil rights, we must guard against being fooled by false slogans, such as ‘right to work.’ It is a law to rob us of our civil rights and job rights.”

MLK (Dr. Martin Luther King Jr.), 1961

Diese Woche war Gaby Beyer, Director HR & Communication, Actemium INP North America Inc., bei uns als Gastsprecherin. Sie ist 1992 in die USA emigriert und arbeitet seitdem als Human Resources Managerin im Bereich Kommunikation.
Sie hat in einem Q&A über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem deutschen und amerikanischen Arbeitsrecht, sowie über das Gesundheitssystem und die Regelung der Krankenversicherungen erzählt.

Einen sehr wichtigen Leitsatz, den wir aus dem Q&A mitnehmen konnten lautet: “The humans are the most important capital” und bezieht sich auf die Menschen, die für ein Unternehmen eine sehr wertvolle Rolle spielen, denn ein Unternehmen kann nicht bestehen ohne die Menschen, die dort arbeiten

Am Ende unsere Session war es sehr interessant zu sehen wie unterschiedlich die Arbeitswelten in Amerika und Deutschland sind und wie wichtig eine hohe interkulturelle Kompetenz ist.

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Was macht dein Vorbild für dich aus?

Bei Vorbildern geht es nicht um die Person an sich, ob groß oder klein, ob stark oder schwach, sondern es geht um Ihre Charaktereigenschaften. So geht es zum Beispiel bei Stephan Hawking nicht darum, dass er im Rollstuhl saß, sondern vielmehr darum, dass er einen starken Willen hatte. Ein Bat-Man wird nicht durch seine dunklen Anzüge zum Helden, sondern vielmehr durch die Tatsache, dass er Menschen helfen möchte und sie beschützt.

Letzten Freitag haben wir durch die „5 Love Languages“ gelernt, dass es verschiedene Typen von Superhelden gibt, welche Lob und Anerkennung auf ganz verschiedene Arten und Weisen schenken können.

So schenkt das eine Vorbild Anerkennung durch Worte und das Sprechen an sich.

Der andere Held überzeugt durch die Übergabe von Geschenken und materiellen Gegenständen. Der eine durch Zweisamkeit und das Verbringen gemeinsamer Zeit. 

Ein Weiterer durch Zärtlichkeit und körperlichen Kontakt, wobei der letzte durch Hilfsbereitschaft überzeugen kann.

Die unterschiedlichen Arten von Leadern

So wie es viele verschiedene Typen von Helden (Lovers) gibt, gibt es auch viele verschiedene Typen von Leadern, welche natürlich auch von jedem persönlich unterschiedlich aufgefasst werden.

Durch Ähnlichkeiten, als auch durch drastische Unterschiede von Leadern und dem dazugehörigen Führungsstil zur empfangenden Person kann es zu Konflikten kommen. 

So kann es z.B.  vorkommen, dass ein Guardian, welcher mehr pragmatisch ist und sehr auf Details achtet  auf einen Pioneer trifft, welcher nicht so detailiert ist und mehr spontan ist. Hier könnte es zu einem Konflikt kommen, da zwei verschiedene Typen aufeinandertreffen.

Im Gegensatz könnte ein Integrator, welcher seinen Mitarbeiter:innen Geschenke zum Ansporn überreicht, auf Personen treffen, die genau darauf ansprechen und somit eine positive Kommunikation stattfindet.

Leaderships in den USA vs. Deutschland

Wir hatten wir das große Glück, kurzfristig Frau Deborah Steinborn als Gastsprecherin zu bekommen. Deborah Steinborn, gebürtige New Yorkerin, ist zweisprachige Journalistin und Moderatorin in Hamburg. Sie berichtet über die Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft für The Wall Street Journal, Die ZEIT und andere Medien, betreut die Recherche für die Forbes Billionaires List in Deutschland, und ist Chefredakteurin des englischsprachigen Magazins ZEIT Germany. Sie hat zwei Master-Titel in internationaler Politik und in Journalismus von Columbia University, und ist als Dozentin in Deutschland und in den USA tätig, und leitet das BEST Virtual Newsroom des Amerikazentrums Hamburg e.V. Ihr Buch „Anders Denken“ über Frauen in der Wirtschaft war 2013 in der Endauswahl für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis. Sie ist Mitglied des Vorstands der Columbia University Graduate School of Journalism.

Sie verbildlichte uns die kulturellen Unterschiede der Führungstypen in ihrer Präsentation durch ihre Beispiele.

Der Unterschied des Führungsstils von den USA zu Deutschland beginnt bereits bei der Definition:

„Die Macht oder Fähigkeit, andere Menschen zu führen“ – Merriam Webster Dictionary

gegen

„Geführt werden; verantwortliches Leiten“ – deutscher Duden

Bei uns in Deutschland geht es um die Fähigkeit eine Gruppe von Menschen nachhaltig und verantwortungsvoll leiten zu können, in den USA eher darum, die Macht einer Position zu benutzen um Menschen zu leiten. 

Deutliche Unterschiede gibt es jedoch auch in der Struktur (links DEU / rechts USA):

Man kann die Führungsstile in viele verschiedene Kategorien unterteilen. So zum Beispiel in „Männer vs. Frauen“ oder „Jung vs. Alt“.  Aber für uns Austausch-Azubis und peer buddies war es besonders spannend den direkten Vergleich zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Führungsstil zu begegnen. Welches uns Deborah Steinborn in ihrem Vortrag wirklich prima rüberbringen konnte. 

Aber egal wie unterschiedlich unser Führungsstile und die Kommunikation untereinander ist, am Ende des Tages verfolgen wir alle das gleiche Ziel: Unsere peer buddies persönlich treffen! 

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