Eine Reise geht zu Ende…

Den Champagner schon mal kaltstellen

Drücken für gute Laune!

Wessen Herz schlägt nicht höher, wenn er die Worte zu hören bekommt: Zeit zum Feiern! Und gleich zu Beginn unserer letzten programmbezogenen Sitzung wurden wir Azubis mit dem Song „Celebration“ von Kool & The Gang begrüßt. Einige von uns lächelten, einige von uns bewegten sich im Takt, aber wir hatten trotz alle dem eine großartige Zeit. Und vielleicht wisst ihrs schon, worum es in unserer heutigen Sitzung ging? Ganz recht, es ging um Erfolge und Feierlichkeiten, das wohl zweifellos passendste Thema für die Abschlusssitzung.

Wie immer haben wir damit begonnen, unsere Gedanken zum Thema der letzten Wochen zu teilen, in diesem Fall war es „Influence und Influencer“, unsere neu gewonnenen Erkenntnisse auszutauschen und gemeinsam von den Treffen mit unseren Peer-Buddies zu berichten, welches leider offiziell gesehen das letzte gewesen ist. Aber für die meisten von uns ist das so nicht ganz richtig, denn wie sich herausgestellt hat, haben wir uns im Allgemeinen überraschend gut mit unseren amerikanischen Buddies verstanden und neue Freundschaften waren geboren. Einige haben sogar beschlossen, sich gegenseitig Pakete mit regionalen Leckereien zu schicken. Wenn das nicht etwas ist, worauf man sich freuen kann, dann wissen wir es auch nicht!

Im weiteren Verlauf der Sitzung haben wir uns mit der persönlichen Bedeutung von Erfolgen und Feiern befasst. Wir haben erneut auf den UNESCO Story Circle zurückgegriffen und in Breakout-Räumen unsere Erfahrungen mit Feiern und Peinlichkeiten am Arbeitsplatz aber auch im privaten Rahmen erarbeitet und auch überlegt, wie es in den USA anders sein könnte. Zurück im Forum haben wir die Diskussion über unsere Ergebnisse gestartet und uns die Inhalte angesehen, die Sabine Smith für uns vorbereitet hat. Wir haben erfahren, dass die Deutschen ähnlich feiern wie es die Amerikaner tun, aber nicht so groß und oft wie sie. Doch die größte Frage diesbezüglich bliebt jedoch unbeantwortet: Warum singt man sich immer noch „alles Gute zum Geburtstag“, wenn doch jeder einfach nur in einem bodenlosen Loch verschwinden will, sobald er die ersten Töne der Melodie hört. Es ist und bleibt ein Rätsel…

Das nächste Thema, mit dem wir uns befassten, war das Gedicht von Amanda Gorman„The Hill We Climb“, das sie bei der Einweihung von Joe Biden 2021 las. Zuerst zeigte es uns einen außergewöhnlichen Weg, um einen lange ersehnten Sieg zu feiern, aber als wir uns eingehender mit der Analyse des Gedichtes befassten, wurden wir mit der ästhetischen Kraft des lyrischen Textes konfrontiert. Diese Methode wurde erstmal von Frederic Douglass erwähnt und ihre SchlüsselIdee ist, dass Emotionen viel Stärker sind als Fakten oder Zahlen.

Mit diesem Wissen im Kopf präsentierten wir uns gegenseitig unsere vorbereiteten und selbst geschriebenen „elevator speeches“, in denen wir über unsere Erfahrungen und neu erworbenen Fähigkeiten sprachen, die wir in der Zeit des virtuellen Programms erworben hatten, und gaben anschließend Feedback mit Hilfe der Sandwich-Technique. Das Ziel war es, dass wir weiter an unserer Rede arbeiten, nicht, um sie perfekt zu machen, sondern an der Aufgabe wachsen und unser Bestes zu geben. Es gibt immer Raum für Verbesserungen, ohne es auf die Spitze des Eisberges treiben zu müssen – das nennt man eine Wachstumsphilosophie. Und mit all dem war es Zeit für eine Pause – und vielleicht auch für einen Kit-Kat.

Besondere Gäste

Letzten Freitag durfte sich unsere Gruppe auf zwei Gäste besonders freuen! Nämlich zum einen auf Frau Dr. Nina Lemmens und zum anderen auf Herr Brandon Loftus, welche sich beide extra Zeit genommen haben, um ihre Erfragungen mit uns zu teilen.

Frau Dr. Lemmens ist eine sehr sympathische Frau und eine der leitenden Führungskräfte der Joachim-Herz-Stiftung. Quasi unsere Chefin im Programm! Sie hat uns erzählt, wie Sie um die Welt kam und sogar längere Zeit in New York gearbeitet und gelebt hat, das alles obwohl Sie zu Beginn Ihrer Karriere eine ganz andere Richtung eingeschlagen hatte.

Sie zeigte uns Gegensätze, welche Sie in Ihrer Zeit im Ausland geprägt hatten, wie z.B. von schrechklich singenden Kleinkindern, welche jedoch nüchtern betrachtet für ihre miserablere Leistung überlobt worden sind. In Deutschland werden wir nur selten gelobt, doch in den Vereinigten Staaten gehört es zum täglich Brot, seine Mitarbeiter zu loben. Daran könnten sich unsere Chefs doch gern ein Stück abschneiden, oder was meint ihr? Auch Ihre Mitarbeiter, die unser Programm leiten, waren sehr beeindruckt von ihrer Chefin und das zu recht! Sie ist eine Power Frau!

Das Beste kommt aber noch… Sie hat uns wundervolle Neuigkeiten überbracht. Wir fahren definitiv nach Amerika! Jedem Azubi ist das Herz vor Freude fast explodiert! Das war eine richtige Erlösung, da wir bis zu diesem Zeitpunkt ständig in einer Ungewissheit lebten. Wir freuen uns schon sehr auf die Reise im Frühling 2022. Aber vor allem darauf, uns endlich in Person zu sehen!

Etwas später ist dann Brandon Loftus dazugestoßen und von ihm kann man nur Gutes berichten. Nicht jeder mag online Seminare, das steht fest. Er selbst spricht lieber vor Publikum, doch dafür hat er es sehr gut gemacht. Herr Loftus ist Betriebsleiter bei ZF Gainesville, einem deutschen Unternehmen. In jedem Satz konnte man hören, wie stolz er auf das Unternehmen und auf dessen Mitarbeiter ist. Das muss man Brandon Loftus hoch anrechnen. Auch wie er mit einem Managementwechsel und der Corona Pandemie umging, macht ihn zu einem hervorragenden Geschäftsmann und Betriebsleiter.

Er erzählte uns auch privat, was zu seiner größte Herausforderung bisher zählte und wie sehr diese Erfahrung ihn geprägt hat z.B. Mitarbeiter zu kündigen. Man hat ihm gut ansehen können, wie sehr ihn diese Erfahrung verletzt hat und dass nicht jeder bereit ist, so eine Position einzunehmen. Dennoch hat man klar und deutlich gesehen, dass man daraus lernen kann. Seine Persönlichkeit und Positivität hat jeden von uns sehr beeindruckt.

Georgia, bis bald!

Schließlich kamen wir zum letzten Treffen dieses fantastischen virtuellen AZUSA-Programms, dieser fantastischen sechs zurückliegenden Wochen zusammen. Den Anfang machten Julia und Tobias, die selbst einmal bei AZUSA mitgemacht hatten und unterstützt von der Joachim Herz Stiftung in die USA gereist sind. Zurück in Deutschland besuchten sie Schulungen und sind heute noch als Azubi-Botschafter unterwegs, und stellen das Projekt neuen Interessenten vor. Sie machten uns darauf aufmerksam, selbst auch Azubi-Botschafter werden zu können. Sie waren offen für unsere Fragen diesbezüglich.

Anschließend begannen wir mit dem Austausch in unserer Gruppe und in kleineren Breakout-Räumen: Wir riefen uns die letzten Wochen, die zurückliegenden Treffen ins Gedächtnis. Wir dankten, lobten und kritisierten in einer Runde mit allen Beteiligten. Die aufkommenden Fragen stellten wir aber nicht nur in Bezug auf das zurückliegende Programm, sondern auch bezüglich unseres persönlichen Lebens und unserer Zukunft. Allgemein – was macht uns Spaß, was macht uns fertig? Und was wären Alternativen für uns, wenn das Leben nicht so ablaufen würde, wie wir es kennen? Haben wir mal darüber nachgedacht, wie wir solche Alternativen erreichen könnten? Haben wir darüber nachgedacht, notfalls etwas in der Hinterhand zu haben, ein Backup für das Leben sozusagen? Was nehmen wir mit von den Kursen? Eine wichtige Frage, der wir uns genauso in unseren “Elevator Speeches” widmeten. Diese schrieben wir bereits vor dem letzten Treffen und stellten sie uns jetzt einander vor. Es war spannend zu erleben, wie verschieden und vielfältig solche Erzählungen wirklich sein können. Schön, wie breit gefächert und herzlich die Reaktionen der Zuhörer waren.

Und dann nahte schon das Ende unserer gemeinsam-virtuellen Zeit. Die Zeit zum Verabschieden. Der Abschluss – ein Bildschirm aus Kacheln von vielen lachenden Gesichtern. Manche auch nachdenklich oder erschöpft, die ein oder andere Träne war dabei. Wir hoffen wirklich, euch Alle wiederzusehen, vielleicht dann in Person. Bleibt gesund und behaltet eure Fröhlichkeit! Wir behalten uns Georgia im Gedächtnis oder „We are keeping Georgia on our minds“.

Klappe zu, Georgia wir kommen!

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Willkommen in den USA!

Während dieses Programms und als Studenten in den USA haben wir kein Englisch gelernt. Wir haben keine Sprachkenntnisse verbessert oder unsere Aussprache in irgendeiner Weise perfektioniert. Vielleicht haben wir als Studierende selbst etwas über das Erlernen dieser Fähigkeiten gelernt. Wir haben Schülern wie uns geholfen, beim Erlernen von Sprache und Kultur neue Höhen zu erreichen. Wir wurden in eine Position gebracht, die uns zwang, einen Schritt zurück von dem Land zu gehen, in dem wir aufgewachsen sind, und es aus der Perspektive eines anderen zu betrachten. Noch wichtiger ist, aus der Perspektive junger Erwachsener, die unsere Kultur bewundern, und uns, die ihre Kultur im Gegenzug sehr bewundern. Dieser Perspektivenwechsel ermöglichte es uns als amerikanisch Universitätsstudenten, Fragen zu beantworten wie: “Warum hast du dort kein Pfand-System?” und, “Wie sind die verschiedenen Dialekte im Vergleich Nord- und Süd-USA?” und sogar, „Wie schmecken Flaming Hot Cheetos?“.

Dies sind zusammen mit vielen weiteren unterhaltsamen Beispielen Fragen, über die wir als Amerikaner nicht oft im Detail nachdenken. Aber wenn Sie mit einer fantastischen Gruppe junger Erwachsener konfrontiert sind, die gespannt wie Flitzebogen sind, um Informationen über ungesundes amerikanisches Essen zu erhalten, ist Ihr Alltag in einer kleinen amerikanischen Stadt im Norden von Atlanta noch viel interessanter geworden. Als amerikanische Peer Buddies konnten wir eine tiefere Wertschätzung für unsere Heimatstädte finden, für die wir taub geworden zu sein schienen. Die Häuser hier unterscheiden sich von unseren heutigen Freunden in Deutschland; die Briefkästen, die Lebensmittelgeschäfte, die Restaurantetikette und sogar der Prozess, neue Freunde zu finden.

Mit erstaunlichen Gastrednern wie John Fluker, Präsident und CEO der Grenzebach Corporation, Vanya Allen, einer Performancekünstlerin, Sängerin, Pädagogin und Linguistin, und vielen anderen bewundernswerten Rednern, die sich die Zeit genommen haben, mit uns zu sprechen, war dies wirklich ein unvergessliches Erlebnis. Davon abgesehen können wir die Stars der Show nicht vergessen, die Azubis selbst. Bei ungefähr 8.000 Kilometern Abstand würde man meinen, wir könnten nur Unterschiede zwischen uns feststellen, aber das war nicht der Fall. Wir teilen die Frustration, Geschwister zu haben, die nicht hinter sich her sind, und wir alle finden es lustig, dass wir nicht wissen, wie man einen Reifen wechselt, obwohl wir es wahrscheinlich lernen sollten. Es war erstaunlich zu sehen, wie ähnlich wir uns sind, obwohl wir in verschiedenen Ländern und Kulturen aufgewachsen sind.

Jede Woche brachte ein neues Gesprächsthema in unsere wöchentlichen Chats. Es war immer faszinierend, die Meinungen aller zu hören, und am Ende des Tages lernten alle etwas Neues. Zum Beispiel ist ihr Bildungssystem anders aufgebaut als unseres hier in Amerika, und dennoch haben wir einige der gleichen Erfahrungen geteilt. Ob am letzten Tag oder in der letzten Schulwoche, Senioren in der High School haben die Möglichkeit, der Schule einen Streich zu spielen. Sie werden Toilettenpapier in den Fluren haben und Luftballons und Konfetti auf den Böden, aber es soll ein letzter Abschied von der Schule sein, von der wir unseren Abschluss machen werden. Die Azubis haben erwähnt, dass sie auch etwas Ähnliches haben. Sie nennen es Abi-Streich, was im Wesentlichen das gleiche Konzept ist. Sie werden sich nachts in ihre Schule schleichen und auf die gleiche Weise Unheil anrichten, wie wir es hier in unseren High Schools tun. Wir haben jedoch auch festgestellt, dass Teamgeist zwar ein wichtiger Faktor an amerikanischen High Schools ist, an deutschen Schulen jedoch keine große Rolle spielt. Dies wurde uns klar, als das Thema “pep-rallies” angesprochen wurde. Es war sehr interessant zu sehen, dass sie dieses Konzept nur durch Filme kannten, aber dass sie es sehr gerne persönlich erleben würden.

Leider sind im Handumdrehen sechs Wochen vergangen und es ist ein ziemlich bittersüßes Gefühl. Es war wirklich ein Privileg und eine Ehre, Teil dieses Road Trips zu sein und die Gelegenheit zu haben, neue Freunde zu finden.

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