Willkommen in den USA!

Während dieses Programms und als Studenten in den USA haben wir kein Englisch gelernt. Wir haben keine Sprachkenntnisse verbessert oder unsere Aussprache in irgendeiner Weise perfektioniert. Vielleicht haben wir als Studierende selbst etwas über das Erlernen dieser Fähigkeiten gelernt. Wir haben Schülern wie uns geholfen, beim Erlernen von Sprache und Kultur neue Höhen zu erreichen. Wir wurden in eine Position gebracht, die uns zwang, einen Schritt zurück von dem Land zu gehen, in dem wir aufgewachsen sind, und es aus der Perspektive eines anderen zu betrachten. Noch wichtiger ist, aus der Perspektive junger Erwachsener, die unsere Kultur bewundern, und uns, die ihre Kultur im Gegenzug sehr bewundern. Dieser Perspektivenwechsel ermöglichte es uns als amerikanisch Universitätsstudenten, Fragen zu beantworten wie: “Warum hast du dort kein Pfand-System?” und, “Wie sind die verschiedenen Dialekte im Vergleich Nord- und Süd-USA?” und sogar, „Wie schmecken Flaming Hot Cheetos?“.

Dies sind zusammen mit vielen weiteren unterhaltsamen Beispielen Fragen, über die wir als Amerikaner nicht oft im Detail nachdenken. Aber wenn Sie mit einer fantastischen Gruppe junger Erwachsener konfrontiert sind, die gespannt wie Flitzebogen sind, um Informationen über ungesundes amerikanisches Essen zu erhalten, ist Ihr Alltag in einer kleinen amerikanischen Stadt im Norden von Atlanta noch viel interessanter geworden. Als amerikanische Peer Buddies konnten wir eine tiefere Wertschätzung für unsere Heimatstädte finden, für die wir taub geworden zu sein schienen. Die Häuser hier unterscheiden sich von unseren heutigen Freunden in Deutschland; die Briefkästen, die Lebensmittelgeschäfte, die Restaurantetikette und sogar der Prozess, neue Freunde zu finden.

Mit erstaunlichen Gastrednern wie John Fluker, Präsident und CEO der Grenzebach Corporation, Vanya Allen, einer Performancekünstlerin, Sängerin, Pädagogin und Linguistin, und vielen anderen bewundernswerten Rednern, die sich die Zeit genommen haben, mit uns zu sprechen, war dies wirklich ein unvergessliches Erlebnis. Davon abgesehen können wir die Stars der Show nicht vergessen, die Azubis selbst. Bei ungefähr 8.000 Kilometern Abstand würde man meinen, wir könnten nur Unterschiede zwischen uns feststellen, aber das war nicht der Fall. Wir teilen die Frustration, Geschwister zu haben, die nicht hinter sich her sind, und wir alle finden es lustig, dass wir nicht wissen, wie man einen Reifen wechselt, obwohl wir es wahrscheinlich lernen sollten. Es war erstaunlich zu sehen, wie ähnlich wir uns sind, obwohl wir in verschiedenen Ländern und Kulturen aufgewachsen sind.

Jede Woche brachte ein neues Gesprächsthema in unsere wöchentlichen Chats. Es war immer faszinierend, die Meinungen aller zu hören, und am Ende des Tages lernten alle etwas Neues. Zum Beispiel ist ihr Bildungssystem anders aufgebaut als unseres hier in Amerika, und dennoch haben wir einige der gleichen Erfahrungen geteilt. Ob am letzten Tag oder in der letzten Schulwoche, Senioren in der High School haben die Möglichkeit, der Schule einen Streich zu spielen. Sie werden Toilettenpapier in den Fluren haben und Luftballons und Konfetti auf den Böden, aber es soll ein letzter Abschied von der Schule sein, von der wir unseren Abschluss machen werden. Die Azubis haben erwähnt, dass sie auch etwas Ähnliches haben. Sie nennen es Abi-Streich, was im Wesentlichen das gleiche Konzept ist. Sie werden sich nachts in ihre Schule schleichen und auf die gleiche Weise Unheil anrichten, wie wir es hier in unseren High Schools tun. Wir haben jedoch auch festgestellt, dass Teamgeist zwar ein wichtiger Faktor an amerikanischen High Schools ist, an deutschen Schulen jedoch keine große Rolle spielt. Dies wurde uns klar, als das Thema “pep-rallies” angesprochen wurde. Es war sehr interessant zu sehen, dass sie dieses Konzept nur durch Filme kannten, aber dass sie es sehr gerne persönlich erleben würden.

Leider sind im Handumdrehen sechs Wochen vergangen und es ist ein ziemlich bittersüßes Gefühl. Es war wirklich ein Privileg und eine Ehre, Teil dieses Road Trips zu sein und die Gelegenheit zu haben, neue Freunde zu finden.

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Marketing and music make the world go ´round

Nachdem wir die letzte Woche Revue passiert haben lassen und uns über die Peer Buddy Sessions ausgetauscht hatten, widmeten wir uns unserem neuen Thema „Influence“. Zum Einstieg tauschten wir uns über Marketing Fails aus, wie beispielsweise von Wal-Mart, die sich nicht erfolgreich in Deutschland durchsetzen konnten, ein Tisch von IKEA, der etwas komisch benannt wurde sowie von Pepsi, die ihre Werbung falsch übersetzten und Dove, die bei der Doppeldeutigkeit einer Plakatwerbung Probleme hatten. Nachdem wir darüber in kleineren Gruppen diskutiert hatten, was eine gute beziehungsweise schlechte Marketingkampagne ausmacht und welche Trends momentan in der Werbung angesagt sind, kamen wir zu dem Fazit, dass oftmals das Marketing für ein Produkt oder eine Marke an Kulturunterschieden und Sprachbarrieren scheitert. Es ist also notwendig, sich dem jeweiligen Land anzupassen – KNOW YOUR AUDIENCE!

Im nächsten Teil des Meetings drehte sich dann alles um das Thema Musik und Marketing. In weiteren Breakoutsessions sprachen wir darüber, was unsere eigenen Playlists und Lieblingslieder, die wir bereits am Anfang des Seminars zusammenstellen sollten, über uns aussagen. Auch verglichen wir die Top 10 Hits 2020 aus den USA, Großbritannien und Deutschland und stellten einige Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede fest: Da es zwischen Deutschland und Großbritannien mehr Überschneidungen gab, als zwischen Deutschland und den USA, folgerten wir daraus, dass dies aufgrund der geografischen Nähe zurückzuführen ist. Des weiteren ist uns aufgefallen, dass der Deutschrap in der jüngeren Generation an Popularität gewinnt. Den Erfolg eines Songs oder eines Musikers macht nicht nur die Qualität der Musik aus, sondern auch die Organisation und Planung. Beispielsweise erfuhren wir, dass es notwendig ist, einen ausgefeilten Marketingplan bereits im Vorhinein zu erstellen, um nicht die falsche Zielgruppe anzusprechen und originellen Content entwickeln zu können. Dies fasste unser Gastsprecher Bryan Calhoun, der später zu unserer Session hinzugestoßen ist, so zusammen: „No two artists are the same, but building the direct connection with your fans is important“.

Als nächstes behandelten wir Kontroversen um und in der Musik und stellten uns die Frage, ob diese gesellschaftlich und moralisch vertretbar sind oder ob es sich hierbei einfach nur um die künstlerische Freiheit des Musikers handelt. Verknüpfend dazu wurde uns der Sozialreformer Frederick Douglass vorgestellt, der das Konzept der „aesthetic force“ prägte, die besagt, dass Emotionen dominanter sind als Logik und Fakten.

Außerdem lernten wir, dass Atlanta als inoffizielle Hip-Hop Hauptstadt bezeichnet wird und sich Rap aus den Südstaaten anders anhört als der von der West- oder Ostküste.Im Jahre 1992 war „Outkast“ die erste Hip-Hop Band des Südens, jedoch wurde zu der Zeit die Musikrichtung nur mit New York City oder Los Angeles assoziiert. Dr. Regina Bradley von der KSU hat zu diesem Thema schon mehrere Bücher veröffentlicht, die uns vorgestellt wurden. Hierbei redet sie auch über andere Musikrichtungen wie Funk, Blues und Gospel sowie die Darstellung von Wut, Spaß und Autos in der Musik. Im zweiten Teil unseres Meetings hatten wir noch einmal kurz die Möglichkeit, uns zusammen mit unseren Peer Buddys über die vorher besprochenen Themen auszutauschen. Wie oben schon erwähnt, war Bryan Calhoun in dieser Session unser Gast. Er ist der Vice President von Pandora Media und Executive in Residence von „Music & Entertainment Business Program“, kurz MEBUS. Da er schon 25 Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich gesammelt hat, konnte er uns viele Einblicke in die Musikbranche durch seine Consultingfirma „Music Business Toolbox“ geben und unsere Fragen beantworten. Für uns war es besonders spannend, da er schon mit Superstars wie Kanye West, Nicki Minaj und G-Eazy zusammengearbeitet hat. Über die Zusammenarbeit mit großen Superstars erzählte er uns, dass viele bekannte Musiker eine gute Intuition besitzen und wissen, was in der Branche gut funktioniert, was sie somit sehr erfolgreich macht. Manche von ihnen kennen sich sehr gut mit Trends aus und steuern sogar ihr Marketing und ihre Social-Media-Kanäle in diese Richtung. Wusstet ihr, dass manche Stars über eine Million Dollar für nur eine Party ausgeben? Auf die Frage, wie er so erfolgreich geworden ist, antwortete er uns: „Follow how the money flows in the business and don`t hesitate to try new things!“.

Insgesamt war es ein spannender und informativer Nachmittag, bei dem wir viel über Marketing und Musik erfahren durften. Wir freuen uns auf unser nächstes Meeting, welches aber leider schon unser letztes sein wird.

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