Jetzt geht’s los!

Freitag, d. 17 September: Heute am Freitagabend startete endlich unser virtuelles Programm “Azubis in die USA”, auf das wir alle so warteten.

Ziel des Programms ist es, mehr über die Kultur, die Arbeitswelt und das Bildungssystem den USA zu lernen, unsere Englischkenntnisse zu vertiefen sowie neue Menschen kennenzulernen. Neben den 19 Azubis aus Deutschland besteht unsere Gruppe aus 10 amerikanischen Studenten, die an der Kennesaw State University (KSU) studieren und unsere „Peer Buddies“ sind. Das „Coole“  an einem virtuellen Programm wie diesem ist, dass jeder teilnehmen kann, egal wo man sich befindet. Man benötigt nur eine Internetverbindung.

Als Erstes lernten wir uns kennen und äußerten unsere Erwartungen an das Programm, danach besprachen wir den Ablauf und erhielten ein paar organisatorische Hinweise. Das Programm beläuft sich auf sechs Sessions mit tollen Gastsprechern/-innen aus den USA, zu unterschiedlichsten Themen. Mehr zu jedem Thema erfahren wir von unseren Peer Buddies in informellen Gesprächen zu zweit oder zu dritt. Cool, oder?

Nach einem lustigen Energizer und einer kurzen Pause trafen wir unseren ersten Speaker, Michael Theisen-Jones, Director Global Business Development der Metro Atlanta Chamber. Michael hielt einen unglaublich interessanten Vortrag über Atlanta und erzählte uns viele Fakten über die Stadt, die teilweise niemanden bekannt waren. Beeindruckt hat mich, dass viele unserer Lieblingsfilme und -serien, wie z. B. Avengers: Infinity War und Stranger Things, in Atlanta gefilmt wurden. Wir bombardierten Michael mit super vielen Fragen, um noch mehr über Atlanta herauszufinden und er nahm sich die Zeit jede einzelne detailliert zu beantworten. Damit machte er Atlanta noch interessanter für uns

Im Anschluss an den Vortrag sprachen wir über die bevorstehenden ToDo’s und verabschiedeten uns für heute. Der heutige Abend war gefüllt mit interessanten Informationen und jeder Menge Spaß. Wir freuen uns schon riesig darauf was uns morgen erwarten wird! 

Samstag, d. 18. September: An einem Samstagnachmittag, mit fremden Menschen, in einem Zoom-call zu “Raisin Toast“ tanzen?

Wir können das ab heute von unserer Liste abhaken! 

Heute fand die zweite Session zum Programm „Azubis in die USA“ statt. Nach dem interessanten Vortrag von Michael Theisen-Jones zum Kickoff des Programms, waren wir sehr gespannt was heute auf uns zukommt.

Wir begangen mit einem kleinen Rückblick zum ersten Tag. Anschließend hielt Dr.Sabine Smith, eine Deutsche Professorin der Kennesaw State University einen Vortrag zur demographischen Lage Atlantas in den USA. Mich hatte erstaunt, wie divers der Staat Georgia ist und wie groß die Unterschiede in den Städten und in den ländlichen Gemeinden sind. Von Bergen bis zu Sümpfen. Von latein-amerikanischen Gemeinden bis zu asiatischenNachbarschaften . Die Diversität innerhalb des Staates Georgia, hebt unter anderem den Fokus der heutigen Session hervor:

Konversationen haben Kultur.

Wir verglichen im Laufe der Session die amerikanische und deutsche Art Konversationen zu führen. Unteranderem lernten wir, dass die Amerikaner Bindungen eher wie Pfirsiche aufbauen, wohingegen die Deutschen eher einer Kokosnuss ähneln. Was das bedeutet? Lasst es mich etwas verständlicher machen:

Die Amerikaner führen zunächst gerne „small talk“ und sind sehr offen und eher gesprächig. Eine tiefgründige Freundschaft baut sich nur schwer auf. Dies ähnelt sehr dem Aufbau eines Pfirsichs, der außen weich ist und innen einen harten Kern hat. Die Deutschen sind eher wie eine Kokosnuss. Schon mal von dem Satz „Harte Schale, weicher Kern“ gehört? In der deutschen Kultur ist es üblich, dass wir erst sehr oberflächlich mit unseren Mitmenschen sind. Sobald wir eine Person besser kennen, zeigen wir unsere weiche Seite und zählen Freunde in vielen Fällen schon zur Familie.

Mittels der in 2020 von der UNESCO eingeführten Story Circles soll die friedliche Koexistenz von Menschen vereinfacht werden. Hierbei geht es darum, seinem Gegenüber zuzuhören und ohne eine Reaktion oder Wertung aussprechen zu lassen. In der deutschen Sprachkultur ist es oft der Fall, seine Gegenüber (wenn auch unabsichtlich) zu unterbrechen, um die Zustimmung zu dem Gesprächs-Thema zu verdeutlichen. Die Amerikaner hingegen handeln im Durchschnitt ähnlich wie bei den Story Circles. 

Zudem werden die Deutschen eher als direkt unhöflich und ehrlich beschrieben während die Amerikaner mit ihrer Art eher als indirekt, pragmatisch und individualistisch gesehen werden.

Insgesamt war es eine sehr erfolgreiche Session. Mit dem Wissen über die Unterschiede zwischen der amerikanischen und deutschen Gesprächskultur, fühle ich mich vorbereitet nächste Woche mit den Peer Buddies ins Gespräch zu kommen.

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