JLC Environmental war so nett mich für das diesjährige Herbstprogramm als Praktikant aufzunehmen. Die kleine aber diverse und sehr kompetente Firma in Chelsea hat sich auf Gebäudegutachten wie Asbest-, Blei- und Schimmeltestungen, Luftqualitätsüberwachung während dem Bau oder der Renovation eines Gebäudes, sowie auf Wasseruntersuchungen auf gefährliche Bakterien im Leitungswasser spezialisiert.
Während meiner Zeit bleibe ich großteils in der Asbestabteilung, in der Suraj, der Projektmanager, mich für das Erstellen neuer Projekte, das Schreiben von Kostenvoranschlägen und Rechnungen, sowie für das Ausfüllen von Asbestfindungsberichten verantwortlich gemacht hat. Nichts was ein Biologielaborant normalerweise macht aber es ist auf keinen Fall uninteressant. Man bekommt so mal vor Augen geführt, wie viele Gebäude noch komplett mit Asbest verseucht sind.
So ein mini Projektmanager zu sein ohne Anrufe annehmen zu müssen oder für irgendwas den Kopf hinhalten zu müssen ist nicht gerade abwechslungsreich, aber es ist ganz interessant mal zu sehen was die Vorgesetzten normalerweise den ganzen Tag lang machen müssen.
Proben sammeln macht jedenfalls mehr Spaß, wie mir Jennifer, die Firmeneigentümerin, letzte Woche gezeigt hat. Für diesen Auftrag mussten wir potentiell schädliche Dämpfe, die aus dem Boden aufsteigen, untersuchen. Um das zu schaffen haben wir uns Vakuumbehälter aus Stahl besorgt, welche über Zeit diese Dämpfe sammeln um sie dann in einem spezialisierten Labor analysieren lassen zu können.


Auch JLC hat ein Labor. Dort kann man ein PLM, ein polarisiertes Lichtmikroskop, womit Proben auf Asbest untersucht werden, und einen kleinen Brennofen finden, mit dessen Hilfe man verschiedene Asbesttypen wie “friable” (bröckelig, die schlimmere Art), welche im trockenem Zustand leicht zu einem Pulver zerdrückt werden kann und “non-friable”, welche normalerweise nicht so schnell in die Luft und Atemwege gelangen, unterscheiden kann. Da das PLM nur ein einfaches Lichtmikroskop ist, können andere Materialien wie Asbest aussehen, wodurch zur Absicherung oft noch ein externes Labor mit einem TEM, Transmissionselektronenmikroskop, welches die Probe auf das 2 millionen-fache vergrößern kann, beauftragt wird. Aber genug davon.

Alles in allem finde ich es gut hier zu arbeiten. Auch wenn sich der Tag manchmal zieht und die Aufgaben nicht immer die spannendsten sind, machen es die Kollegen wieder wett. Jeder teilt gern ein Wissen und seine Erfahrung (z.B wie ihnen die Polizei auf den Hals gehetzt wurde, weil sie die Vakuumbehälter in der U-Bahn transportiert haben und diese für Bomben gehalten wurden). Ich bin jedenfalls froh in diesem Gebiet Erfahrungen sammeln zu können und freue mich auf die nächsten Projekte.
