Auf den Spuren des Wassers

„Das kann man doch nicht trinken! Da kaufe ich mir lieber mein Trinkwasser in Plastikflaschen.“, soweit die Meinung meiner Zimmermitbewohnerin über den ersten Schluck Trinkwasser aus dem Wasserhahn kurz nach der Ankunft in Atlanta. Inzwischen sind ein paar Wochen vergangen und ich hatte Zeit, das Trinkwasser und das Abwasser als Auszubildende für den Beruf Fachkraft für Wasserversorgungstechnik etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Meine Ausbildung und meine Kurse an der KSU

Ich heiße Marieluise und spezialisiere mich mit meiner Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik auf das Arbeiten im Trinkwasserbereich. Da die umwelttechnischen Berufe eng miteinander verknüpft sind, werden in der Ausbildung auch weitere umwelttechnische Grundkenntnisse wie z. B. Wissen über den Prozess der Abwasseraufbereitung vermittelt.

Während meinem Auslandsaufenthalt besuche ich an der Kennesaw State University unter anderem umwelttechnische Kurse. Diese Kurse sind nicht nur theoretisch, sondern es finden auch Firmenbesichtigungen statt. In den letzten Tagen haben einige Studenten und ich das Klärwerk RL Sutton WRF und das Wasserwerk James E. Quarles WTP besucht. Dabei konnte ich sehr interessante Einblicke in die einzelnen Aufbereitungsprozesse in Atlanta erhalten.

Besichtigung des Klärwerks RL Sutton WRF

Als Erstes haben wir das Klärwerk RL Sutton WRF besichtigt. Gleich bei Betreten der Anlage fiel mir die Größe auf. Obwohl es innerhalb von Atlanta mehrere Klärwerke gibt, sind hier große Abwasseraufbereitungsanlagen aufgrund der hohen Bevölkerungszahl und der Industrie üblich.

Nach einer kurzen Einführung, wurden wir über die Anlage geführt und uns wurden vor Ort die einzelnen Aufbereitungsstufen anschaulich erklärt.

Besichtigung des Wasserwerks James E. Quarles WTP

Als Zweites haben wir das Wasserwerk James E. Quarles WTP besucht. Auch hier empfing man uns sehr herzlich. Wir erhielten einen ausführlichen Einblick in die einzelnen Trinkwasseraufbereitungsstufen und konnten diverse Fragen stellen.

Genauso wie in Deutschland wird der Fokus in diesem Wasserwerk auf den Einsatz von automatisierten Steuerungen und auf technische Erneuerung gesetzt. Die Umsetzung und Etablierung der technischen Modernisierung ist jedoch noch nicht so weit fortgeschritten, wie in Deutschland.

Auf Notfallpläne für Ausnahmesituationen wie z. B. bei einem Stromausfall wird genauso wie in Deutschland Wert gelegt.
Auch Beprobungen und Messwerterfassungen vor Ort gehören in Atlanta zur regelmäßigen Qualitätskontrolle, wie in den nachfolgenden Bildern zu sehen ist.

Rohrbrüche als Verursacher von Geschmacksbeeinträchtigungen

Aufgrund des alten Versorgungsnetzes sind Rohrbrüche ein präsentes Thema. Überraschend ist, wie ich im Kurs „Introduction to Environmental Engineering“ erfahren habe, dass bei der Leckagesuche nicht nur Technik zum Einsatz kommt. Auch auf Chlorgeruch spezialisierte Hunde spüren Leckagen auf.

Dass das veraltete Rohrnetz mit seinen Rohrschäden die Geschmacksbeeinträchtigung im Trinkwasser verursachen könnte, ist anzunehmen.
Aber es gibt Aussicht auf Besserung, den die Trinkwasserversorgung wird zumindestens im Wasserwerk James E. Quarles WTP stark ausgebaut und erneuert.

Zum Abschluss möchte ich mich bei der Joachim Herz Stiftung für das Ermöglichen und Organisieren des Auslandsaufenthalts bedanken.
Außerdem möchte ich mich bei der Professorin bedanken, die mir die spontane Teilnahme an den beschriebenen Betriebsbesichtigungen zusätzlich zum umfangreichen Bildungsprogramm der Stiftung ermöglicht hat.
Dadurch kann ich sehr viele für mich sehr interessante berufliche Einblicke erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Marieluise

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