Unsere Zeit in Amerika verflog viel zu schnell, sodass wir bereits in unserer 8. und gleichzeitig letzten Woche angekommen sind. Heute verfasse ich also einen der letzten Blogeinträge aus der Interns-Gruppe von 2025. Ich bin Sebastian, 20 Jahre alt und absolviere zurzeit meine Ausbildung zum Industriekaufmann.
Ich bin sehr daran interessiert, verschiedene Kulturen, Lebensweisen und insbesondere unterschiedliche Arbeitsmethoden und -kulturen kennenzulernen. Letztes Jahr habe ich an einem zweiwöchigen interkulturellen Austauschprogramm in Japan teilgenommen, was mir die Möglichkeit gab, die japanische Arbeitswelt zu erleben. Nachdem ich nun die japanische Arbeitswelt kennengelernt habe, bietete dieses Programm die perfekte Moeglichkeit das amerikanische Arbeitsleben hautnah mitzuerleben und die Arbeitsweisen einer weiteren einflussreichen Industriemacht zu entdecken. Dabei geht es nicht nur darum, das System einer der größten Wirtschaftsmächte kennenzulernen, sondern auch viel über die amerikanische Kultur und ihren Alltag zu erfahren.
Ein Tag voller Events

Meine acht Wochen habe ich bei der Metro Atlanta Chamber (MAC) verbracht, einer privaten Non-Profit-Organisation, die sich für wirtschaftliches Wachstum und regionale Entwicklung in der Metropolregion Atlanta einsetzt. Ihr Hauptziel ist es, Unternehmen in Atlanta anzusiedeln, um Investitionen zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen.
Ich arbeite hier im 34. Stockwerk eng mit meinem Supervisor Stefan Harrigan zusammen, der im Global Commerce Team tätig ist. Sein Schwerpunkt liegt auf der Rekrutierung internationaler Unternehmen in Atlanta. Um diese Geschäftsbeziehungen aufzubauen und zu vertiefen, nehmen wir an vielen Veranstaltungen, Messen und Geschäftstreffen teil.
Wir organisieren auch selbst große Veranstaltungen. Kürzlich fand die MRO Americas im Georgia World Congress Center (GWCC) statt, eine der größten Luftfahrtmessen für Wartung, Reparatur und Überholung (MRO). Vor Beginn der Messe lud die MAC zu einem Business-Frühstück ein, das 150 geladenen Gästen die Möglichkeit bot, sich kennenzulernen und zu vernetzen. Dieses Frühstück wurde durch eine Podiumsdiskussion mit hochrangigen Verantwortlichen aus weltweit führenden Unternehmen ergänzt. Es war unglaublich aufregend, einen Einblick in die Organisation eines so großen Events zu bekommen.
Mein Tag begann noch vor Sonnenaufgang, um die Räumlichkeiten vorzubereiten und letzte Vorbereitungen zu treffen. Bereits um 7:30 Uhr kamen die ersten Gäste. Meine Aufgabe war es, die Gäste zu empfangen, ihnen ihre Namensschilder auszuhändigen und sie zum Veranstaltungsraum zu führen. Nachdem sich alle am Buffet bedient und ihren Platz gefunden hatten, startete die Podiumsdiskussion. Es war spannend, dies mitzuerleben, auch wenn es sehr fachlich war und ich nicht alles verstehen konnte. Anschließend hatte ich noch Zeit, mich mit einigen Gästen zu unterhalten und zu verknüpfen, bevor es mit einer ausgewählten Gruppe zur nur 15 Minuten entfernten Messe ging.





Die Messehalle war riesig, und man konnte sich leicht in den vielen Gängen verirren. Unter der Leitung der MAC besuchten wir als Gruppe verschiedene Unternehmensstände, an denen sich die Aussteller vorstellten und Fragen beantworteten. Besonders bei Delta TechOps und Airbus entstanden sehr anregende Gespräche, sodass wir uns beeilen mussten, um im Zeitplan zu bleiben. Es war unglaublich spannend, den Ablauf von solchen Geschäftstreffen mitzuerleben und ein Teil davon sein zu dürfen. Es war zwar auch sehr intensiv, aber umso bereichernder und inspirierender.
Am Abend wurde groß der Geburtstag des niederländischen Königs im Generalkonsulat der Niederlande gefeiert. Viele Personen mit niederländischen Verbindungen sowie Geschäftspartner waren eingeladen. Neben leckerem Essen und emotionalen Reden bot der Abend auch die Gelegenheit, sich kennenzulernen und zukünftige Verbindungen zu knüpfen.


Cinco de Mayo
Dass in Amerika die verschiedensten Anlässe genutzt werden, um ein großes Event daraus zu machen, ist bekannt. Dies haben wir nicht nur bei diversen Sportveranstaltungen oder Feierlichkeiten wie dem 404-Day hautnah miterlebt, sondern auch hier im Büro. Am 5. Mai war offizieller Cinco de Mayo-Tag, ein mexikanischer Feiertag, der an den Sieg gegen die französische Invasion am 5. Mai 1862 erinnern soll. In Mexiko selbst ist Cinco de Mayo kein großer Feiertag, aber in den USA wird er als Feier der mexikanischen Kultur zelebriert – so auch hier im Büro. Es wurde mexikanisch dekoriert, und wir konnten uns an einem Buffet mit Margaritas und verschiedenen typisch mexikanischen Snacks wie Nachos mit Käse-Dip oder Guacamole bedienen. Plötzlich wurden kleine Spiele aufgebaut, und jeder durfte mit verbundenen Augen versuchen, die Piñata aufzubrechen. Es war einfach eine lockere und lustige Stimmung, die uns alle näher zusammenbrachte und für viele Lacher sorgte. Die Freude und das gemeinsame Erleben machten diesen Tag zu einem tollen Erlebnis.
Ein Rochen zum Streicheln
Wie offen und gastfreundlich viele Amerikaner sind, durften wir auch an unserem letzten Wochenende erleben. Peggy, eine Kollegin und einer unserer Interns, hat uns ins Aquarium eingeladen. Als wir dort ankamen, waren wir zunächst überwältigt von den vielen Themenbereichen und wussten nicht, wo wir anfangen sollten. Zum Glück hatte Peggy ihren 9-jährigen Sohn dabei, der uns die Entscheidung abnahm und uns unbedingt das Rochenbecken zeigen wollte, wo man die Rochen sogar berühren durfte. Anschließend führte er uns zur Delfin-Show. Es war unglaublich, wie intelligent Delfine sind und was man ihnen alles beibringen kann. Auch wenn solche Shows nicht immer tierfreundlich sind, war es eine sehr beeindruckende Vorstellung.
Wir verbrachten Stunden im Aquarium und waren fasziniert von den vielen exotischen Tieren. Mein persönliches Highlight war die riesige Fensterscheibe, hinter der riesige Rochen, Schildkröten und ein mächtiger Walhai schwammen. Es war ein großartiger Tag, der uns die Vielfalt der Meereswelt näherbrachte und viele schöne Erinnerungen hinterließ.




Die letzten zwei Monate waren die erlebnisreichsten und besten acht Wochen, die ich bisher erleben durfte. Ich bin der Metro Atlanta Chamber sehr dankbar für die herzliche Aufnahme und Integration in ihr Team. All diese Veranstaltungen, Meetings und Kontakte, die ich durch die Chamber knüpfen konnte, sind etwas ganz Besonderes, das ich nie vergessen werde. Besonders möchte ich der Stiftung danken, die diese Zeit überhaupt erst möglich gemacht hat. Es war eine unglaubliche Gelegenheit, die amerikanische Arbeitswelt und das alltägliche Leben hautnah zu erleben.






