Mein Praktikum bei STEMCO Rome

Der Tag der Abreise kommt immer näher. Nun sind wir schon seit neun Wochen in den USA und Woche sieben unseres achtwöchigen Praktikums hat angefangen. Ich habe das Glück mein Praktikum bei STEMCO in Rome zu verbringen, welches seit diesem Jahr am Programm teilnimmt. STEMCO selbst ist ein Tochterunternehmen von EnPro Industries, mit dem Hauptsitz in Longview, Texas. Das Unternehmen stellt seit der Gründung 1951 hauptsächlich Radendprodukte, Bremsprodukte, intelligente Transportsysteme und Fahrwerkskomponenten für den weltweiten Nutzfahrzeugmarkt her, in Rome werden ausschließlich Bremsschuhe produziert.

Mein Praktikum begann bereits am 29. März und nicht wie bei den anderen Praktikanten am 01. April. An meinem ersten Tag hatte ich erstmal ein Gespräch mit Fawn Branum, die hier als Personalleiterin seit mehreren Jahren arbeitet bevor ich anschließend Bridgett Salyers vorgestellt wurde, die mit mir wichtige Punkte zur Sicherheit am Arbeitsplatz aufgezeigt hat. Ich erhielt nach meiner Einweisung einen kompletten Rundgang durch das Firmengelände, sowie eine ID-Karte, mit der es mir möglich ist das Firmengelände zu betreten. Zudem wurden mir Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe und persönliche Schutzausrüstung bereitgestellt. Am Ende meines aufregenden Arbeitstages wurde ich noch meinem Supervisor und meinen Kollegen vorgestellt, mit denen ich die nächsten 8 Wochen zusammen arbeiten werde.

Die Instandhalter bei STEMCO

Mein erster Tag war super aufregend, da mich meine Kollegen gleich bei ihrem ersten Einsatz mitgenommen haben, um eine Presse zu reparieren, welche am morgen ausgefallen ist. Wie es sich herrausstellte, wurde zunächst angenommen ich sei ein “Industrial Engineer”, welcher mehr mit Prozessverbesserung, Planung und Qualität zu tun hat, weshalb man mich auch ursprünglich im Qualitätsmanagement eingeplant hatte. Der Fehler wurde aber behoben, nachdem ich ihnen mitteilte, dass ich eine Ausbildung zum Industriemechaniker mache und es wurde ein tolles Konzept für meine Praktikumszeit erstellt. Mein Supervisor für den ersten halben Tag ist Jacob Hill, welcher für die Instandhaltung zuständig ist. Die andere Hälfte des Tages arbeite ich mit Daniel Ramalho zusammen, welcher das Qualitätsmanagement leitet. Dadurch erlange ich viel Wissen über Prozessplanung und Qualität und erweitere meine Kenntnisse über diese Themen.

Instandhaltung

Die Arbeiten als Instandhalter in der USA weisen viele große Unterschiede auf, die ich erst durch dieses Praktikum bemerken und erleben durfte. Hier in den USA ist ein Instandhalter nicht direkt der Fachrichtung Mechanik oder Elektronik zugewiesen, sondern arbeitet in beiden Fachrichtungen und muss quasi beides einwandfrei beherrschen. Ich selber bin dann aber doch eher für die Mechanik eingesetzt und kann somit meine fachlichen Kenntnisse noch weiter verbessern, da STEMCO sehr viele alte Maschinen zum Schweißen, Vernieten, Stanzen und Formpressen besitzt, die mit viel mechanischer Raffinesse gebaut wurden und instandgehalten werden müssen. Einen großen Teil meiner Zeit als Instandhalter verbringe ich in der “Painting Line”. Dieser Teil der Firma ist der wichtigste Teil, da hier die Bremsschuhe ihre Lackierung erhalten. Die “Painting Line” besitzt zwei große Stationen, die Wäsche und die Lackierung. Hier muss alles täglich mehrere Male kontrolliert und geprüft  werden, wie zum Beispiel den Säuregehalt in den Waschtanks oder den Farbgehalt im Lackierbad. Die Instandhaltung für die “Painting Line” übernehme nicht nur ich, sondern einer meiner Kollegen, Tim York, unterstützt mich dabei tatkräftig.  

Prüfen des Säuregehaltes
Einpflegen der Messwerte

Qualitätsmanagement

Da ich davor nie im Qualitätsmanagement tätig war, konnte ich mir anfangs nicht wirklich vorstellen, was genau ich jetzt machen sollte. Diese Frage wurde aber gleich nach dem ersten Meeting mit Daniel beantwortet, welches täglich stattfindet. Im Qualitätsmanagement helfe ich dabei, den gesamten Instandhaltungsprozess zu optimieren, sowie auch ein paar kleinere Aufgaben. Ich persönlich finde diesen Teil meines Praktikums extrem interessant, da ich hier sehr viel neues Wissen und vor allem sehr komplexe firmeninterne Prozesse kennenlerne. Ich erlange zudem einen großen Einblick in die Arbeitsweisen eines amerikanischen Unternehmens, die mir vorher nicht bekannt waren und ich auch deshalb sehr froh darüber bin, mein Praktikum bei STEMCO zu verbringen. Es war mir bis jetzt  sogar möglich, einen kompletten Arbeitsprozess zu verbessern und digitalisieren. Dabei handelt es sich um die Dokumentation und Auswertung der Messungen an der “Painting Line”.

wichtigstes Dokument meines Projektes, Instandhaltungprozess wird definiert
Mindmap zum Instandhaltungsprozess

Hier bei STEMCO wird Sicherheit am Arbeitsplatz sehr groß geschrieben, weshalb auch in der Firma jeden Dienstag das so genannte “Safety College” stattfindet. Hier haben alle Mitarbeiter die Möglichkeit, etwas mehr über Sicherheit zuerfahren und jeder Mitarbeiter muss eine bestimmte Anzahl pro Jahr an “Safety College”-Stunden absolvieren. Ich bin froh an diesem Kurs dabei sein zu können, weil ich dadurch noch mehr Wissen über Sicherheit erlange, welches ich auch in meiner Firma in Deutschland anwenden kann. Zudem erhalte ich einen Einblick in die Arbeitsweise eines amerikanischen Unternehmens, da ich regelmäßig an Meetings zur Instandhaltung oder zum Qualitätsmanagement teilnehme. Ich werde aktiv mit ins Gespräch eingebunden und nach meiner Meinung oder einem Lösungsvorschlag gefragt. 

Safety College

Ein großes Dankeschön geht an jeden einzelnen Mitarbeiter der Firma STEMCO, die mir bei Fragen oder Unklarheiten geholfen haben und mir den Arbeitsalltag erleichtert haben. Besonders bedanken möchte ich mich bei meinen Kollegen Tim, Jason, Derrick, Charles und Jake, die mich so freundlich und herzlich aufgenommen haben, die dieses Praktikum so unglaublich informativ und lehrreich gemacht haben und immer einen lustigen Spruch auf Lager hatten.  Außerdem bedanke ich mich bei meinem Supervisor Jacob und Daniel, die dieses Praktikum einzigartig gestaltet haben und von denen ich eine Menge Eindrücke mit nach Deutschland nehmen kann und ich freue mich auf die letzte verbleibende Woche. Zudem möchte ich mich ebenso bei meiner Firma und Berufsschule in Deutschland bedanken, die mir diese Erfahrung durch die Freistellung möglich gemacht haben. DANKE!

Qualitätsmanagement bei STEMCO

Viele Grüße von STEMCO aus Rome

Adrian

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