
Hallo, ich heiße Daniela Doll und bin 19 Jahre alt. Ich arbeite als Mechatronikerin bei MAN Truck&Bus SE und bin im dritten Lehrjahr. Meine Firma ist eine der führenden internationalen Nutzfahrzeughersteller. In meinem Job bin ich meistens in der Instandhaltung tätig dabei repariere und warte ich Anlagen, Roboter und andere Maschinen die zur Herstellung von LKWs notwendig sind. Als ich mich für dieses Programm beworben habe, hätte ich niemals gedacht, dass ich wirklich angenommen werde und die Chance bekomme, sechs Wochen lang auf ein College in Amerika zu gehen. Ich bin sehr dankbar bei diesem Auslandsaufenthalt dabei sein zu dürfen und so viele unbezahlbare neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt zu haben.
Ich möchte euch gern einen kleinen Einblick geben, was wir diese Woche alles erlebt haben. Generell besuchen wir neben den Kursen an der KSU (Kennesaw State University) sehr viele Firmen. Diese Woche waren es ganz besondere Unternehmen.
Am Freitag haben wir eine gemeinnützige Organisation besucht, die „MUST Ministries“. Dort arbeiten ausschließlich Freiwillige, die von ganzem Herzen dafür stehen und für ihre Arbeit brennen, um anderen Menschen zu helfen, die kein Zuhause haben oder die nicht auf eigenen Beinen stehen können. Sie sammeln verschiedenste Sachen von Schuhen, Klamotten, Essen bis hin zu Hygieneartikeln. Die Organisation ist um jede Art von Sachspenden dankbar. Auch wir wollten unseren Teil beitragen und haben Geld und Gegenstände gesammelt die wir nicht unbedingt benötigen. Das alles haben wir dann feierlich übergeben. Diese Organisation unterstützt auch bei der Arbeitssuche. Ein Arzt ist immer vor Ort, der bei Krankheiten direkt vor Ort helfen kann. Alles, was man braucht, ist eine ID. Aber auch ohne ID ist es möglich wenigstens frische Klamotten zu bekommen und die Sanitäranlagen benutzen zu können. Wir durften dabei helfen, kleine Geschenke für die freiwilligen Helfer basteln. Wir falteten Schachteln und setzten eine kleine Pflanze hinein. Außerdem halfen wir Tütchen mit Hygieneartikeln zu packen. Dabei bildeten wir eine Linie und jeder bestückte die Tüte mit einem Gegenstand. Das war eine super Teamarbeit. Als Nächstes waren wir in Macon eine Stadt ca. 2 Stunden von Kennesaw entfernt. Wir besuchten ein Musikstudio. Ich persönlich hatte vorher noch nie ein Musikstudio gesehen, weshalb ich sehr beeindruckt war. Wir nahmen an einer „Behind the scenes“ Tour teil. Der Guide erzählte vieles über die Geschichte, denn in diesem Studio wurde Musikgeschichte geschrieben. „The Allman Brothers“ hatten in diesem Gebäude gespielt. Sie war die erste und auch eine der wichtigsten Bands des Southern Rock. Mein Highlight war, dass wir auf dem Klavier von den „Rolling Stones“ spielen konnten, das 40 Jahre lang auf jedem Konzert dabei war. Allen (Peerbudie) spielte ein kleines Privatkonzert für uns am Schlagzeug und am Klavier. Das war großartig. Es machte uns allen einen riesengroßen Spaß, alle Instrumente ausprobieren zu können. Nach der Tour besuchten wir das Grab von den Allman Brothers auf dem Friedhof in Macon. Es war wirklich ein toller Trip und eine weitere aufschlussreiche Woche. Ich denke, dass freiwilligen Arbeit sehr wichtig ist. Es gibt so viele arme Menschen und sie alle brauchen Hilfe. Jeder kann einen Beitrag leisten. Auch kleine Dinge können viel bewirken. Der Besuch des alten Musikstudios hat uns alle bereichert. Musik macht Freude und war schon immer ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft. Einen Teil der Musikgeschichte zu sehen und auf Instrumenten zu spielen, die so wichtigen Persönlichkeiten gehört hatten, war einfach unbeschreiblich. Bald geht es zurück nach Deutschland. Ich freue mich schon sehr auf zu Hause. Allerdings werde ich die Zeit in Amerika sehr vermissen. Ich habe so viele neue Dinge gelernt, gesehen und nehme so viele tolle Erfahrungen mit nach Hause. Ich werde diese wundervolle Zeit niemals vergessen. An diesen Aufenthalt werde ich mich mein ganzes Leben lang erinnern.



Amerikanischer Friedhof
