Zwischen Werkbank und Südstaatenidylle nimmt ein Ende

Hallo zusammen!

Mein Name ist Christoph Neumaier, ich bin 18 Jahre alt, und ein Azubi bei MAN Truck & Bus SE in München, einer der führenden europäischen Nutzfahrzeuge Hersteller. Hier absolviere ich eine Ausbildung zum Mechatroniker, und das schon seit fast 3 Jahren.

Gemeinsam mit vier anderen Stipendiaten aus unserer großen Gruppe durften wir bei ZF Gainesville LCC unser Praktikum absolvieren. Loris und ich wurden in eine Abteilung der Production Engineering Gruppe mit eingebunden. Aber was ist die Aufgabe des Teams? Die Verbesserung der Anlagen und die Lösung komplexerer Probleme dieser.

Die Zeit dort verging wie im Flug, und bevor wir es realisieren konnten, waren die 8 Wochen schon vorbei. Doch ich bin unendlich dankbar für diese Möglichkeit. Nicht nur hat das Praktikum meine Fremdsprachenkenntnisse deutlich verbessert, sondern es hat mich auch fachlich weitergebracht. So haben wir unsere Programmierfähigkeiten mit den Siemensprogrammen TIA und Step7 erweitert, und zudem konnten wir auch noch viele Erfahrungen mit Hydrauliksystemen, sowie Dreh und Fräsarbeiten sammeln.

Aber nicht nur die Zeit in der Arbeit eilte vorbei, privat war es genauso.

Am Montag nahmen wir uns die Zeit, unsere Koffer vorab zu packen, um sicherzustellen, dass all die Mitbringsel aus den USA ihren Platz finden würden. Doch dabei stellten wir fest, dass wir vor einer kleinen Platzherausforderung standen. Doch davon ließen wir uns nicht beirren.

Am Dienstag nach Feierabend begaben wir uns voller Vorfreude zu einem Baseballspiel der Atlanta Braves gegen die Boston Red Sox. Es wurde ein spannender Abend, gekrönt von einem spektakulären Homerun und einem knappen Sieg der Braves gegen die Red Sox mit 4:2.

Nach dem Spiel jedoch wartete eine unerwartete Wendung auf uns: Unser Auto streikte auf dem Heimweg, der Keilriemen war gerissen! Doch zum Glück hatten wir das Glück, auf die Hilfe eines äußerst hilfsbereiten Arbeitskollegen zählen zu können, mit dem wir auch außerhalb der Arbeit Zeit verbrachten. Kurzerhand machte er sich auf den langen Weg nach Atlanta, um uns abzuholen, und nachhause zu fahren. Unser Auto jedoch musste eine Nacht in Atlanta schlafen, bevor wir es am Mittwochmorgen mit dem Pickup-Truck und Anhänger abholen konnten. Unser Plan war es das Auto zurück nach Gainesville zu transportieren um es dort dann reparieren zu können. Leichter gesagt als getan! Als wir den Keilriemen eingebaut hatten, stellten wir schnell fest, dass der Motor nicht starten konnte, da der Klimaanlagenkompressor, welcher vom Keilriemen Angetrieben wird, blockiert hatte.

Da wir leider nicht sofort das passende Ersatzteil finden konnten, trafen wir mit unserem Supervisor die Vereinbarung, für die nächsten Tage ein anderes Auto von ihm nutzen zu dürfen. Diese Lösung erwies sich als super für uns, denn wir hatten noch ein wichtiges Fest vor uns: Unser Abschlussessen. Wir hatten unsere Supervisor und Arbeitskollegen zu einem Abendessen bei uns zu Hause eingeladen, bei dem wir deutsche Spezialitäten kochten. Daher mussten wir noch Besorgungen für dieses besondere Ereignis machen.

Es war ein gutes Gefühl, als wir am Abend alle gemeinsam am Tisch saßen, um das deutsche Essen zu genießen. Wir lachten, hatten Spaß und vergaßen schnell die kleinen Widrigkeiten des Tages. Glücklicherweise stieß unser deutsches Essen auf große Begeisterung bei allen Gästen, und wir genossen die gemeinsame Zeit in vollen Zügen.

Am Freitag stand der letzte Arbeitstag an. Ein Arbeitskollege brachte zum letzten Mal leckere Biskuits mit, die wir gemeinsam zum Frühstück genossen. Während der Tag langsam dem Ende zustrebte, wurde uns allen bewusst, dass wir diesen Ort bereits jetzt vermissen würden, obwohl wir noch gar nicht weg waren. Die ersten Abschiede standen bevor, von den Menschen und Momenten, die diese Zeit so besonders gemacht hatten.

Am Abend verbrachten wir ein letztes Mal wertvolle Zeit mit unseren Arbeitskollegen, bevor am nächsten Tag unser Rückflug anstand. Die Koffer waren nun endgültig gepackt, und unser Supervisor brachte uns am Morgen zum Flughafen in Atlanta. Es war ein seltsames Gefühl für uns alle. Die Zeit in den USA hatte uns allen so gut gefallen, und jetzt war es plötzlich an der Zeit, Abschied zu nehmen? Im Herzen freuten wir uns auch bereits auf die Rückkehr nach Hause, darauf, unsere Freunde und Familie wiederzusehen, die sich ebenso sehnsüchtig auf uns freuten. Obwohl diese Zeit nun zu Ende geht, waren diese 8 Wochen eine unvergessliche Erfahrung, die ich für immer in meinem Gedächtnis bewahren werde. Und eines steht fest: Ich werde definitiv zurückkehren.

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