
Moin Zusammen,
mein Name ist Johannes, ich bin 22 Jahre alt und komme aus dem schönen Hamburg.
Ich absolviere eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition- und Logistikdienstleistungen.
Der Sustainability-Kurs hat eine sehr moderne Herangehensweise. Wir verbringen nämlich viel Zeit draußen in der Natur. So haben wir beispielsweise im Rahmen des Unterrichts den High Park in Toronto besucht und waren mehrmals in Campusnähe im Colonel Samuel Smith Park.
Unsere Professorin gehört zu einem „Save the Turtles“ Projekt hier in der Nähe und konnte uns deswegen viel über die verschiedenen Schildkröten erzählen, für die extra in dem Park auch Flächen zum Leben errichtet wurden. Doch auch viele andere Tiere, sowie Pflanzen waren Thema. So haben wir beispielsweise ein großes Wespennest, Schlangen und viele seltene Vögel gesehen. Im High Park haben wir sogar Eichhörnchen gefüttert. Hier in Kanada bzw. der Umgebung leben fast ausschließlich nur Grauhörnchen, im Gegensatz zu bei uns im Norden, wo eigentlich nur die Eurasische Art vorkommt.



Außerdem war bei uns im Kurs „Grandmother Vivian“ zu Besuch. Sie gehört zu den „indigenous people“, also zu den Ureinwohnern Kanadas und hat uns an ihren Zeremonien und Bräuchen teilhaben lassen. Um ehrlich zu sein war das zum Teil schon sehr ungewohnt, aber auch eine interessante Erfahrung.
Mein persönliches Highlight war aber, dass wir im Kurs die fehlende Nachhaltigkeit in der Kantine angesprochen haben. Denn uns wurde mittags das Essen auf Papptellern und mit Plastikbesteck serviert. Das ist nicht nur nervig, sondern auch unnötiger Plastikmüll. Deshalb hatten wir uns dazu entschieden etwas dagegen zu unternehmen. Kaum hatten wir das konkret bei den Verantwortlichen kritisiert, stand beim Mittagessen normales Geschirr auf dem Tisch.
Wir haben ebenfalls von dem „Humber Facility Manager“ eine Führung über den Campus bekommen und erfahren welche Gebäude besonders nachhaltig sind und was Humber in Zukunft tun möchte, um dies weiter zu optimieren.

Optimizing High Performance Building Design
Servus zusammen,
mein Name ist Philipp Stary und ich bin im zweiten Lehrjahr zum Zimmerer aus Bayern. Häuser und Dächer bauen gehört entsprechend zu meinen täglichen Aufgaben. Die Kurswahl viel mir entsprechend sehr leicht, da der Passivhauskurs am besten zu mir gepasst hat.
Passivhäuser sind kurz gesagt Häuser, die sehr wenig Energie verbrauchen. Dabei muss auf die fünf Grundprinzipien eingegangen werden. Keine Wärmebrücken, sehr gute Fenster, gute Dämmung, Luftdichtheit und Lüftungswärmerückgewinnungsanlagen.
Da Deutschland eine Vorreiterrolle im Passivhausbau innehat, waren viele Wörter in den Präsentationen sogar auf Deutsch und gerade letzteres hat den englisch sprechenden Teilnehmern etwas Schwierigkeiten bereitet.
Während den ersten zwei Tagen haben wir erstmal mit den Grundlagen angefangen und die Wichtigkeit der Passivhäuser erarbeitet. Carbon Literacy ist dabei das Stichwort. Der von Menschen geschaffene Klimawandel verstärkt sich zunehmenden und der Hausbau, aber auch das Heizen und Kühlen von Gebäuden trägt nicht unwesentlich dazu bei. Passivhäuser sind deshalb so wichtig, da sie sehr wenig Energie verbrauchen.
In den letzten zwei Wochen haben wir dann die fünf Prinzipien der Reihen nach durchgearbeitet.
Wärmebrücken sind Bauteile, die die Wand durchdringen und Wärme gut leiten. Demnach sind diese unbedingt konstruktionsbedingt zu vermeiden. Leider ist dies teilweise nicht immer möglich, was wir mit Wärmebildkameras an verschiedenen Gebäuden gesehen haben.
Fenster müssen dreifach verglast sein und richtig eingebaut werden. Zwischen den Scheiben befindet sich meistens das Edelgas Argon, das die Wärme noch schlechter als Luft leitet. Hier wurde uns auch von einem Klebebandhersteller die richtige Einbauweise erklärt.

Die Dämmung ist so zu wählen, dass ein U-Wert (Dämmwert) von unter 0,15 W/m2*Kerreicht wird. Dadurch ergeben sich Wanddicken von mindesten 30cm. Die genaue Dicke hängt aber natürlich von der Materialwahl ab. Wir haben auch Formeln erarbeitet, mit denen diese Werte recht zügig berechnet werden können.
Die Luftdichtheit ist wichtig, da durch bewegte Luft Wärme transportiert wird. Wären die Wände nicht luftdicht, würde die warme Luft durch die Wand wandern können und dann vor allem im Winter bei der Taupunktunterschreitung kondensieren. Dies führt bei Holzhäusern dann zu Schimmel und entsprechend zu weiterer Dämmreduzierung. Im schlimmsten Fall kann es aber auch konstruktive Einflüsse haben.
Lüftungwärmerückgewinnungsanlagen erledigen das automatische Lüften. Das deutsche Stoßlüften wird dadurch überflüssig und wirkt sogar kontraproduktiv. Denn die Lüftungsanlagen tauschen die Außenluft mit der Innenluft und passen dabei die Temperatur an. So wird mit der warmen Innenraumluft die kalte Außenluft im Winter aufgewärmt und es muss weniger geheizt werden. Sie regeln den gesamten Lüftungsbetrieb automatisch und müssen nur auf die Anzahl der Bewohner eingestellt werden.
Insgesamt war der Kurs sehr interessant. Tatsächlich lernt man als Zimmerer das meiste bereits in der Berufsschule, geht aber an der ein oder anderen Stelle nicht so tief auf die Berechnungen ein. Besonders gefallen hat mir die englische Fachsprache in dem Bereich zu erlernen. Der Kurs ist allerdings auch sehr theorielastig und ich bin der Meinung, dass die Prinzipien besser auf Baustellen in der Praxis angeschaut hätten werden müssen.
