Ertönte nach jeder Tor Chance der “Halifax Mooseheads” – dem Eishockey Team aus Halifax.
Moin, ich bin Nils Thomsen, komme aus dem kleinen, aber schönen Örtchen „Ratzeburg“ in Norddeutschland. Ich bin nun im 3. Lehrjahr meiner Ausbildung zum Zimmerer und freue mich, all die Erfahrungen hier machen zu dürfen.

Sonntag Nachmittag sind wir, gemeinsam mit einigen Gasteltern und unseren Ansprechpartnerinnen vor Ort, zum Eishockeyspiel in der Scotiabank Arena gegangen.
Gespielt hat die lokale Mannschaft gegen den Rivalen “Rimouski Océanic” aus Québec. Für die meisten von uns Stipendiat*innen war es das erste richtige Eishockeyspiel und dann auch noch in Kanada.
Beim Eishockey werden 3 mal 20 Minuten gespielt, anders als beim Fußball wird die Zeit allerdings für jede Unterbrechung angehalten, sodass am Ende auch tatsächlich 60 Minuten gespielt wurden. Das Spielgeschehen ist sehr schnell und rasant. Zwischen Angriff und Verteidigung wird teilweise die gesamte Mannschaft, bestehend aus fünf Feldspielern und einem Torwart ausgewechselt.
Am Ende hat Halifax leider, trotz zwischenzeitlicher Führung, mit 4 zu 3 verloren. Die Stimmung war dennoch super.
In dieser Woche (KW 41) bestehen unsere Stundenpläne überwiegend aus Kursen am College.
So hatten wir Montagmorgen beispielsweise den Kurs „Building Systems“, in dem es um Gebäudesystemtechnik ging. Wir durften, aus einem ca. 80cm langem Kupferrohr, eine Leitung mit gebogenen Ecken, einer Verschweißung und einem Verteiler am Ende bauen.

Anschließend hatten wir einen Entrepreneur-Workshop, bei dem wir in Gruppen aufgeteilt wurden und anhand des „Business Model Canvas“ die Geschäftsmodelle verschiedener Unternehmen ausgearbeitet haben.
Am Mittwoch durfte ich einen Kurs besuchen, welcher Holzarbeiten thematisierte, was für mich als angehender Zimmerer natürlich mehr als interessant war.
Ich konnte Einblicke in die Arbeiten des 1. und 2. Lehrjahres kriegen. Im Ersten wurden, ausschließlich mit Handwerkzeugen, Holzböcke gebaut, welche die Schüler im Laufe ihrer Lehrzeit benutzen würden. Die Schüler im zweiten Lehrjahr hatten eine wesentlich interessantere Aufgabe. Sie sollten in Teams, zu je drei Personen, eine 2x2m große Gartenhütte mit Satteldach bauen, welche das College anschließend zum Materialpreis verkaufen würde

Das Vorurteil, das wir Deutsche dem nordamerikanischen Handwerk gegenüber haben, hat sich allerdings leider bewahrheitet. Es wurde recht billig und schnell zusammengebaut und mit Plastik in Holzoptik verkleidet. Auf die Ungenauigkeiten wurde, auch von den Lehrkräften, nur wenig geachtet.
Auf meine Frage, wie es denn bei größeren Häusern (Einfamilienhaus) aussähe, wurde mir erklärt, dass es auch dort ähnlich ist.
Die Grundkonstuktiok besteht meist ausschließlich aus Holz und es wird, bis auf Elemente an der Fassade, eigentlich auf Mauern verzichtet. Auf den Dächern selbst sucht man vergeblich nach Dachziegeln aus Ton oder Beton wie es bei uns üblich ist. In Kanada werde überwiegend Dachpappen Schindel oder selten auch Blech verwendet. Auch hierfür ist der Grund der Preis und die schlechte Verfügbarkeit von Ton/Lehm.
Als Fazit meiner Tage hier in Kanada (bis jetzt) kann ich sagen, dass ich die Zeit sehr genieße. Für uns wird viel interessantes und informatives Programm, sowohl am College als auch außerhalb geplant.
Es gibt viele Möglichkeiten unsere Freizeit kurzweilig zu gestalten und Erinnerungen zu schaffen die ein Leben lang halten.
