Vom Azubi in Hamburg zum IT-Profi in der Bronx: Mein erster Einsatz im Field Service Delivery

Während meines Praktikums bei Charter Technology Solutions in New York hatte ich die Möglichkeit, als Field Service Delivery eigenständig einen Auftrag zu übernehmen – eine Erfahrung, die mich persönlich und beruflich geprägt hat. Aber vielleicht sollte ich mich zuerst kurz vorstellen:

Mein Name ist Alexander, ich bin 21 Jahre alt und mache in Hamburg eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Im Rahmen des Programms „Azubis in die USA“ durfte ich nicht nur die Kultur und den Alltag in New York erleben, sondern auch wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt der IT-Branche in den USA gewinnen. Charter Technology Solutions, mein Praktikumsbetrieb, ist ein Multi-Service-Provider, der sich auf IT-Dienstleistungen für sogenannte Charter Schools spezialisiert hat – das sind privat organisierte Schulen, die mit öffentlichen Mitteln arbeiten. Die Firma deckt dabei ein breites Spektrum ab: von der Verkabelung über Netzwerke bis hin zur Einrichtung von Geräten, Kameraüberwachung und IT-Infrastruktur.

Mein Arbeitsplatz im Büro

Mein erster Auftrag in der Bronx

Einer der spannendsten Momente meines Praktikums war ein Einsatz an einer Schule in der Bronx. Der Auftrag: Eine defekte RJ45-Netzwerkdose an der Wand, durch die ein Telefon nicht mehr funktionierte, sollte repariert werden. Für mich war es das erste Mal, dass ich alleine vor Ort ein Problem lösen durfte.

Am Vortag hatte ich mich sorgfältig vorbereitet: Ich packte meinen Rucksack mit allen notwendigen Materialien – einem Kabeltester, einer neuen Dose, einer Abdeckung, Kabeln und meinem Werkzeug – und ging den Ablauf im Kopf durch. Am Morgen machte ich mich dann auf den Weg zur Schule, bereit für meinen ersten Einsatz.

Der erste Eindruck – und ein verschlossener Eingang

Beim Betreten der Schule wartete direkt die erste Herausforderung auf mich: Die Tür war verschlossen. Für mich ungewohnt, da Schulen in Deutschland meist recht offen wirken. Nach dem Klingeln öffnete mir ein Sicherheitsmitarbeiter, der mich freundlich, aber skeptisch fragte, was ich dort wollte. Leider wusste er nichts von meinem Auftrag, also musste er sich erst bei meiner Kontaktperson, Desiree, rückversichern.

Desiree, der an diesem Tag mein Ansprechpartner war, stimmte alles ab und empfing mich dann persönlich. Nach einer kurzen schriftlichen Anmeldung brachte er mich zur Turnhalle, wo sich die defekte Netzwerkdose befand.

Die Reparatur – mit Kreativität und Humor

Mit einem Augenzwinkern überließ mir Desiree die Arbeit und meinte: „You got this!“ Ich begann, die alte Dose von der Wand zu entfernen, und stellte schnell fest, dass das Kabel hinter die Wandverkleidung gefallen war. Mein Arm war zu kurz, um es herauszuziehen. Als ich Desiree um Hilfe bat, versuchte er es ebenfalls, doch auch er kam nicht weit.

Dann hatte er eine kreative Idee: Mit einer Eisenstange brachen wir vorsichtig ein kleines Stück der Trockenbauwand auf, um das Kabel seitlich durchzuschieben. Mit einem Lachen sagte er: „If they can cheat, we can cheat!“ Gemeinsam arbeiteten wir mit Humor und Geduld, bis ich das Kabel endlich durch die Öffnung ziehen konnte. Danach ließ Desiree mich alleine weiterarbeiten, und ich konnte die Dose erfolgreich neu anschließen und testen.

Mein Auftrag

Ein Moment zum Schmunzeln

Während ich die letzten Handgriffe erledigte, strömten plötzlich Schüler der siebten Klasse in die Turnhalle. Es war Mittagspause, und sie lösten mit Begeisterung Rätsel bei Kahoot. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie surreal die Situation war: Hier stand ich, ein junger IT-Azubi aus Deutschland, mitten in einer Schule in der Bronx, umgeben von Schülern, die ihren Alltag lebten, während ich eine Netzwerkdose reparierte. Ich musste innerlich lachen. Es war ein Moment, der mir zeigte, wie weit ich durch dieses Programm gekommen war – und wie viel ich noch vor mir hatte.

Was ich mitgenommen habe

Dieser Einsatz war mehr als nur eine technische Aufgabe. Für mich war es ein Vertrauensbeweis, eigenständig ein Problem zu lösen und Verantwortung zu übernehmen. Ich habe gelernt, kreativ und flexibel zu arbeiten, auch wenn die Umstände ungewohnt sind. Noch wichtiger: Ich habe Mut entwickelt, Dinge auszuprobieren, und dabei gemerkt, wie schnell man wachsen kann, wenn man ins kalte Wasser geworfen wird.

Ich bin unglaublich dankbar für diese Erfahrung, die mir nicht nur neue berufliche Fähigkeiten vermittelt, sondern auch meinen Horizont erweitert hat. Mein erster Einsatz als Field Service Delivery wird mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben – als einer dieser Momente, die einen wirklich prägen.

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