Hey zusammen! Ich bin 22 Jahre alt und absolviere eine Ausbildung im Dialogmarketing. Ich bin jetzt in meiner zweiten Woche an der Kennesaw State University – und verliere ehrlich gesagt schon komplett das Zeitgefühl, aber auf die beste Art und Weise. Jeder Tag ist vollgepackt mit neuen Eindrücken, unerwarteten Lektionen und Erfahrungen, die ich zu Hause niemals gemacht hätte.

Eines meiner bisherigen Highlights war ein interaktiver Workshop zum Thema „Situatives Führen“ (situational leadership) mit Dr. Brian Wooten. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Theoretisches erwartet, vielleicht sogar etwas Trockenes – aber am Ende war es eine der spannendsten Sessions, die ich hier bisher erlebt habe. Als angehende Kauffrau im Dialogmarketing bin ich es gewohnt, Kommunikation eher aus der Kundenperspektive zu betrachten: Service, Kontakt, Außenwirkung. Doch dieser Workshop hat meinen Blick nach innen gelenkt – auf das, was in Teams passiert und wie Führung diese Dynamik beeinflusst.
Dr. Wooten stellte uns das Konzept des situativen Führens vor, entwickelt von Paul Hersey und Kenneth Blanchard. Die Grundidee ist simpel, aber unglaublich wirkungsvoll: Gute Führung bedeutet nicht, stur bei einem Stil zu bleiben – sondern sich flexibel an die Bedürfnisse der Person anzupassen, mit der man arbeitet. Dabei geht es nicht nur um die Stimmung im Raum, sondern auch um Fähigkeiten, Selbstvertrauen und Motivation.
Wir haben vier zentrale Führungsstile kennengelernt:
• Director – viel Struktur, wenig Ermutigung
• Coach – sowohl Struktur als auch Ermutigung
• Counselor – wenig Struktur, dafür viel Ermutigung
• Delegator – zurückhaltender Stil für selbstständige Personen
Anschließend haben wir uns die verschiedenen Typen von Teammitgliedern angeschaut – von der motivierten, aber unerfahrenen „Novice“ bis hin zur erfahrenen, aber erschöpften „Burnout“-Person.
Was mich am meisten beeindruckt hat: Dieses Modell funktioniert nicht nur in Führungspositionen. Es lässt sich auch auf Teamarbeit, Freundschaften und sogar auf den Umgang mit sich selbst anwenden. Der Workshop hat mir bewusst gemacht, wie oft wir erwarten, dass andere einfach „mitziehen“, ohne zu fragen, ob sie vielleicht überfordert, unterstützungsbedürftig oder einfach neu in der Situation sind.
Im Dialogmarketing dreht sich alles um Kommunikation – und genau das hat mir dieser Workshop noch mal klar vor Augen geführt: Auch Führung ist Kommunikation. Es geht nicht darum, alles zu kontrollieren, sondern zu wissen, wann man führen muss und wann man loslassen kann. Und vor allem: herauszufinden, was die andere Person in dem Moment wirklich braucht.
Diese Erfahrung gibt mir so viel mehr, als ich erwartet hätte. Ich dachte, ich nehme ein paar neue Skills mit, vielleicht neue Perspektiven – aber gerade merke ich, wie viel persönliches Wachstum hier möglich ist. Ich lerne, bewusster mit Menschen umzugehen, besser zuzuhören und jemand zu sein, auf den man sich verlassen kann – nicht nur im Job, sondern generell im Leben.



