Wie sich ein deutscher Zimmerer Azubi in Amerika zurechtfindet

Einblicke in meine ersten Fachkurse und meine Probleme

Hallöle Leidls.

Ich bin Svenja, 19 Jahre alt, und komme aus Bayern in Deutschland.

Dort mache ich eine Ausbildung zum Zimmerer, in der ich aktuell im 3. Lehrjahr bin.

Zurzeit bin ich auf der Kennesaw State University, in der Nähe von Atlanta (Georgia/USA), weil ich beim Projekt „Azubis USA“ der Joachim Herz Stiftung mitmache.

Offen für Neues

Ich habe in meiner ersten Woche auf der KSU voller Vorfreude und Eifer gleich drei Professoren angeschrieben, um sie zu fragen, ob ich bei ihrem Kurs mitmachen kann.

Weil ich anfangs noch keine Kurse hatte, bin ich mit einer Mitstipendiatin zum Kurs „Project Management“ mitgegangen. Eigentlich dachte ich, dass die Inhalte des Kurses nicht zu meiner Ausbildung passen, jedoch stellte sich das Gegenteil heraus.

Der Professor war von beginn an sehr zuvorkommend, integrierte uns in den Unterricht und zeigte mir für wie ich die im Kurs erlernten Fähigkeiten in meinem zukünftigen Berufsleben anwenden kann. Somit kam ich nicht nur mit einer neuen Sichtweise raus, sondern auch mit einem Grundwissen im Bereich Projektmanagement, welches mir in meiner zukünftigen Arbeitswelt sicher helfen kann.

Endlich: Mein erster selbst gewählter Fachkurs „Construction Graphics“

Auch der Professor von „Construction Graphics“ war sehr nett und hieß mich herzlich im Unterricht willkommen. Wir behandelten im Unterricht anhand von einem vollständigen Beispielobjekt topographische Pläne, indem wir uns mit den Steigungen und Senkungen im Gelände beschäftigten. Es wurde vermittelt, wie die Topographie des Geländes sich auf die Drainage auswirkt und warum es deshalb besser ist ein Haus auf einem Berg zu bauen.

Baupläne „Construction Graphics“

Außerdem besprachen wir das „Set-back“, den Abstand, welchen man von der Grundstücksgrenze oder von z.B. Gasleitungen weg bleiben muss, wenn man sein Grundstück bebauen möchte.

An dieser Stelle bietet sich an zu erwähnen, dass Gas-, Strom- und Wasserleitungen in Amerika – anders als in Deutschland! – mit kleinen Flaggen, die in den Boden gesteckt werden gekennzeichnet sind.

Abschlussworte

Außerdem habe ich anschließend noch den Kurs Construction Materials and Methods besucht, in dem es um Betonfertigteile gegangen ist. Der Professor dieses Kurses war auch sehr nett – es sind wirklich alle sehr nett: Professoren, Peer Buddys, Studenten, Mitstipendiaten, Bibliotheksmitarbeiter – , naja, nur die amerikanischen Fenster sind etwas gewöhnungsbedürftig.

Ich möchte jedem, der als Azubi gerne Auslandserfahrungen sammeln möchte, dieses Programm wärmstens empfehlen.

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