Die faszinierende Sprachentwicklung von Kindern: Ein Erlebnisbericht aus einer Sprachschule

Hey, ich bin Sarah, 18 Jahre alt und Kinderpflegerin im letzten Ausbildungsjahr.

Wie Kinder Sprachen lernen

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie Kinder eigentlich Sprachen lernen? Nun, die Antwort darauf wäre dass Kinder Sprachen sehr schnell lernen, weil ihr Gehirn besonders anpassungsfähig ist. In der frühen Kindheit sind sie offen für neue Laute und Strukturen, was das Erlernen der Phonetik erleichtert. Zudem lernen sie durch Nachahmung und Interaktion, was den Erwerb von Wortschatz und Grammatik fördert. Auch das Spielen und die unbeschwerte Umgebung tragen dazu bei, dass sie ohne Druck und mit Freude lernen.

Besuch einer Sprachschule

Ich hatte die Möglichkeit am Samstag diesen Prozess mit erleben zu dürfen. Ich durfte nämlich eine deutsche Sprachschule für Kinder und Jugendliche besuchen.
Die Teilnehmer treffen sich jeden Samstag morgen ab 08:30 Uhr in der Aula, dort werden sie freundlich von ihren Lehrkräften an den jeweiligen Tischen begrüßt. 

Zusammen geht dann die Gruppe, dem Alter entsprechend aufgeteilt, um 09.30 Uhr in die jeweiligen Räume. Ich durfte an diesem Tag eine Gruppe mit 12 Kindern im Alter von 4 bis 5 Jahren besuchen, die liebevoll von den Lehrerinnen Denise und Andrea betreut wurden. 

Der Morgenkreis

Zunächst folgte ähnlich wie in Deutschland ein Morgenkreis, in dem das Wetter, die Jahreszeiten das Datum, der Tagesablauf und das heutige Thema auf deutsch besprochen wurde.
Das Thema für diesen Samstag war nämlich „der Geburtstag“. 

In Deutschland und in Atlanta räumen die Kinder ihre mitgebrachten Kuscheltiere zu Beginn auf

Die Geschichte der Giraffe

Nach dem Morgenkreis folgte eine schöne Geschichte über eine Giraffe, die sich lila farbige Rollschuhe zu ihrem Geburtstag wünschte. Gespannt lauschten die Kinder der Geschichte, was ich hierbei besonders schön fand, dass besonders auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingegangen wurde.
Wollte ein Kind beispielsweise nicht mehr zuhören, durfte es sich auch ruhig alleine beschäftigen, solange es die anderen Kinder nicht ablenkte.

Bastelzeit

Anschließend wurde gebastelt. Es freute mich wahnsinnig zu sehen, mit wie viel Begeisterung die Kinder zu den Tischen liefen und sofort anfingen ihre Kunstwerke zu gestalten.
Die Kinder durften ihr Alter aus bunten Papierstreifen auf das Papier kleben. Die Papierstreifen sollten Kerzen symbolisieren und den Docht sowie die Flammen mit Wachsmalstiften malen. 

Die Geburtstagsfeier

Um 10:30 Uhr gingen wir dann wieder gemeinsam in die Aula, um dort zu essen. Da unser Thema „Geburtstag“ ist, wurde der Tisch von Denise festlich dekoriert. Die Kinder bekamen sogar von den Eltern gespendete Snacks wie Muffins, Käse, Obst und Süßigkeiten.
Mit kleinen Party Hütchen auf unseren Köpfen, war unsere Geburtstagsfeier perfekt. 

Unser gedeckter Geburtstagstisch

Umgang mit Geld

Was ich auch noch erwähnenswert finde, ist dass die Kinder die Möglichkeit haben, sich für einen Dollar einen kleinen Snack am Kiosk zu kaufen. So entwickeln die Heranwachsenden ein besseres Verständnis im Umgang mit Geld. 

Lieder und Bewegung

Nach der Pause gingen wir wieder in unseren Gruppenraum um dort noch ein paar deutsche Geburtstagslieder wie „Heute kann es regnen..“ oder „zum Geburtstag viel Glück“ zu singen und dazu wild herum zu tanzen. 

Einführung in den Buchstaben „W“

Einen Buchstaben lernten die Kinder heute ebenfalls noch, nämlich das „W“. Zur Einführung wurde ein Lied abgespielt indem es um das „W“ ging und welche Wörter man genau mit „W“ schreibt.
Hausaufgaben gab es ebenfalls, bei denen die Kinder ein Arbeitsblatt zum Thema „W“ Zuhause ausfüllen sollten.

Freispiel

Da die Kinder so fleißig mitgemacht haben, durften sie die restliche Zeit im Freispiel verbringen.
Eigentlich stand noch ein Besuch in der Bibliothek an. Da aber nicht mehr so viel Zeit war, haben wir den Besuch auf nächste Woche verschoben. Die Kinder können sich dort Bücher ausleihen und sie Zuhause mit ihren Eltern, Geschwistern und Freunden ansehen um deutsche Wörter besser mit Bildern verknüpfen zu können.
Im Freispiel hatten die Kinder die Möglichkeit mit Lego eigene kleine Welten zu erschaffen.
Eine kleine Gruppe Mädchen spielte Tierarzt. Ein besonders anspruchsvoller Patient war Georgie die Qualle, die immer schlecht gelaunt und nur manchmal glücklich ist, wenn man ihr einen sehr guten Witz erzählt oder ihm etwas Witziges vortanzt. Ihr könnt euch also vorstellen wie viel Quatsch wir gemacht haben um Georgie glücklich zu bekommen.

Ein weiteres Spiel, das ich pädagogisch sehr wertvoll fand, war ein Spiel bei dem die Kinder kleine bunte Säckchen zu den passenden Farbflecken werfen und gleichzeitig den Namen der Farbe auf Deutsch und Englisch sagen mussten.  

Das Spiel fördert sehr stark die Entwicklung der Kinder in den Bereichen Sprach- und Farbverständnis, denn die Kinder lernen Farben sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zu benennen, was ihre sprachlichen Fähigkeiten stärkt. Das Werfen der Säckchen verbessert die Hand-Augen-Koordination und die Feinmotorik im Motorischen Bereich. Zudem wird auch die Aufmerksamkeit und Konzentration gefordert, da die Kinder sich auf die Aufgabe konzentrieren müssen, um die Säckchen richtig zuzuordnen. Durch die Zuordnung von Farben und das gleichzeitige Sprechen der Farbnamen wird das logische Denken angeregt und somit die kognitiven Fähigkeiten bedient. Gleichzeitig können sich die Kinder auch Austauschen und Zusammenarbeiten, was zur sozialen Interaktion beiträgt. 

Das Farb-Wurfspiel

Am Ende unseres gemeinsamen Tages, wurde noch ein Abschlusskreis gebildet und die Kinder wiederhohlten alles, was wir heute erlebt haben. Es gibt zusätzlich eine Liste die von einem Kind abgehakt wird. Also wenn wir zum Beispiel den Buchstaben besprochen haben, darf das Kind einen Haken neben dem Bild mit dem ABC setzen. So wird den Kindern der Tagesablauf anschaulich verdeutlicht.

Um 12:00 Uhr wurden die Kinder mit einem kleinen „Geburtstagsgeschenk“, nämlich einem Osterstift, verabschiedet und von ihren Eltern glücklich abgeholt.

Fazit

Insgesamt zeigte der Tag wie wichtig ein spielerischer Ansatz im Spracherwerb ist und wie vielfältig Lernen in der frühen Kindheit gestaltet werden kann. Zudem gingen die Lehrkräfte einfühlsam auf die Bedürfnisse der Kinder ein, was eine positive Lernumgebung schuf. Die Freude der Kinder, die neuen Fähigkeiten zu erlernen, machte den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis für mich und ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch.

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