Painting Class an der KSU

Hey! Ich bin Scarlet, 19 Jahre alt, ich mache derzeit eine Ausbildung zur Zahntechnikerin und bin für sechs Wochen in Atlanta, Georgia, dank des Austauschprogramms der Joachim Herz Stiftung.

Zusammen mit anderen Azubis aus ganz Deutschland erleben wir hier gerade eine unglaublich spannende Zeit an der Kennesaw State University.

Letzte Woche waren ich und ein weiterer Azubi- Marlon in einem Painting-Kurs zum Reinschnuppern. Am Ende standen wir selbst an der Staffelei, mit Ölfarben, Pinseln und jeder Menge Farbe an den Händen und der Kleidung. Und genau davon will ich euch heute erzählen.

———-

Nur zuschauen – oder doch mitmachen?

Marlon und ich dachten zuerst, dass wir in der Painting Class nur zusehen dürfen. Die anderen Studierenden waren schon mitten in ihren Projekten, und das, was sie gemacht haben, sah richtig gut aus. Alles war sehr professionell, mit großen Leinwänden und kräftigen Farben.

Aber dann kam der Professor auf uns zu, begrüßte uns freundlich – und lud uns direkt dazu ein mitzumachen. Damit hatten wir nicht gerechnet. Natürlich haben wir sofort Ja gesagt.

———-

Einfach loslegen – ohne stundenlang zu überlegen

Unsere Aufgabe war, eine beliebige Seite aus einer Zeitschrift aufzuschlagen und das Motiv darauf zu malen. Ich fand das super, weil man nicht lange überlegen muss, sondern direkt loslegen kann.

Der Kurs ist für den unteren Jahrgang gedacht – es geht vor allem darum, die Technik kennenzulernen und ein Gefühl für Farben und Material zu entwickeln.

Marlon hat sich einen Alkenvogel ausgesucht und ich hatte einen kleinen Vogel.

———

Von grob zu fein – Schritt für Schritt

Bevor wir losgelegt haben, hat uns der Professor genau erklärt, wie man mit Ölfarben arbeitet. Am Anfang trägt man die Farbe stark verdünnt auf und skizziert damit grob die Form des Motivs. Danach wird das Bild nach und nach ausgearbeitet, zuerst mit Licht und Schatten, dann mit den Farben und zum Schluss mit den feinen Details.

Besonders spannend war der Umgang mit Komplementärfarben. In meinem Fall waren das Orange und Blau. Die Flächen wurden zuerst klar voneinander getrennt ausgefüllt und anschließend an den Übergängen vorsichtig miteinander vermischt. Dabei muss man allerdings aufpassen, denn wenn sich die Farben zu sehr vermischen, entsteht schnell ein matschiger Braunton.

Auch den Hintergrund sollten wir relativ früh mit einbeziehen, damit das Bild direkt eine Gesamtwirkung bekommt.

Außerdem hat er uns am Anfang einen breiten, weichen Pinsel gegeben und erklärt, dass man ihn weiter hinten am Stiel halten soll. So bekommt man automatisch lockerere Bewegungen und malt mit dem ganzen Arm – nicht nur aus dem Handgelenk, wie beim Zeichnen. Das sorgt für größere, freiere Flächen.

———-

Malen und Meditieren – und dabei sogar was für den Beruf lernen

Ich war komplett im Tunnel. Das Malen hat sich für mich total beruhigend angefühlt, fast wie Meditieren. Ich konnte komplett abschalten und mich einfach auf die Farben und Bewegungen konzentrieren.

Was ich aber besonders spannend fand: Auch wenn es auf den ersten Blick nichts mit meinem Beruf zu tun hat, konnte ich super viel für meine Ausbildung mitnehmen. Als Zahntechnikerin arbeite ich oft mit Farben – zum Beispiel, wenn ich Zirkonarbeiten farbig gestalte oder Zähne lebendiger und natürlicher wirken lassen will. Dabei spielt Farbwirkung, Licht, Schatten und Kontrast eine große Rolle genau wie beim Malen.

Dieser Kurs hat mir nochmal gezeigt, wie viel Farbe eigentlich machen kann und wie viel Gefühl dahinter steckt.

Wir hatten eine menge Spaß und nehmen unsere Bilder aufjedenfall mit nach Deutschland als Andenken an unsere unvergessliche Zeit hier.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.