Der Aufzug, die Vereinigten Staaten und Ich

Hallo zusammen, mein Name ist Jannek Henk und ich bin Teil des Programms AzubisUSA 2025, das von der Joachim Herz Stiftung geplant und durchgeführt wird. In Deutschland lebe ich in Schleswig-Holstein und arbeite als IT-Spezialist im Bereich Systemintegration. Ich bin jetzt seit 6 Wochen an der Kennesaw State University und wenn dieser Artikel veröffentlicht wird, werde ich wieder auf deutschem Boden sein. Heute möchte ich über unseren Besuch bei Thyssenkrupp Elevators sprechen und auch über die letzten 6 Wochen insgesamt reflektieren.

Thyssenkrupp Elevators war für mich eine ganz besondere Erfahrung, denn ich hatte mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, wie Aufzüge hergestellt werden und wie kompliziert das alles ist. Man kann sich also vorstellen, wie überrascht ich war, als ich feststellte, wie interessant es tatsächlich war und wie innovativ Aufzüge sein können. Die Aufzüge von TKE haben eine lange Lebensdauer und sind fast vollständig recycelbar. Ihre modernsten Aufzüge haben eine Geschwindigkeit von 7 m/s. Wir durften mit diesem Aufzug bis in den 26. Stock fahren, und ich kann sagen, dass das wirklich wahnsinnig schnell ist. Heutzutage sind Bildschirme in Aufzügen auch ein sehr wichtiges Marketinginstrument, und TKE expandiert mit seinem eingebauten Infotainment-System auch in diesem Bereich ziemlich stark.

Unser Kurs für interkulturelles Training an der Kennesaw State University verlangte von uns, dass wir über die letzten 6 Wochen nachdenken und reflektieren und die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um eine Elevator Speech über die Dinge zu schreiben, die wir während unseres Aufenthalts gelernt haben. Ein wesentliches Merkmal einer Elevator Speech ist, dass sie so kurz wie eine Aufzugsfahrt sein sollte. Das schien mir zunächst eine Herkulesaufgabe zu sein, wenn man bedenkt, wie viel ich in den letzten 6 Wochen gesehen und gelernt habe, aber ich denke, am Ende habe ich es geschafft, meinen Gedanken Ausdruck zu verleihen. Ich konnte diese Rede vor meinen deutschen Mitazubis und einigen Amerikanern im obersten Stockwerk des Thyssenkrupp-Gebäudes halten, was eine ganz besondere Erfahrung war. Ich möchte nicht den ganzen Blog mit meiner Elevator Speech füllen, aber einen Teil möchte ich doch mit euch teilen, weil ich denke, dass er die Botschaft, die ich vermitteln wollte, wirklich gut rüberbringt.

I shot guns, I went fishing, I got to look at cars that would never be allowed in Germany, I tried American Beer, I ate all kinds of food from sweet to spicy, I had pleasant conversations with all kinds of different people, I have been insulted by a few strangers, I got to see New York, I got to see Atlanta, I learned about the good and the bad and experienced some of the ugly myself. My experience here was quintessentially American and I wouldn’t want it any other way.

Was ist typisch amerikanisch? Was bedeutet es, hier zu leben, und was bedeutet es, ein Amerikaner zu sein? All das sind Fragen, die ich mir gestellt habe, als ich am 15. März aus dem Flugzeug stieg, und ich denke, dass ich jetzt zumindest teilweise qualifiziert bin, diese Fragen zu beantworten. Die amerikanische Mentalität ist geprägt von dem Motto „Ich bin der Protagonist meiner eigenen Geschichte“. Individualismus wird zelebriert, aber die Menschen im Süden sind immer so unglaublich gastfreundlich. Unsere Peer Buddies haben sich so viel Mühe gegeben, um unseren Aufenthalt so toll wie möglich zu gestalten, aber auch alle anderen waren sehr zuvorkommend. Die Menschen, denen wir im Alltag begegnet sind, waren so nett und alle waren immer so interessiert an Deutschland, dass wir uns immer besonders und erwünscht fühlten.

Aber nicht alles was glitzert glänzt auch. Politisch sind die USA gespaltener denn je und das haben wir in Form von Protesten und Auseinandersetzungen zu spüren bekommen. Recycling fängt gerade erst an, Fuß zu fassen, und fast jede Kleinigkeit ist in Plastik verpackt und/oder nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Das Umweltbewusstsein ist nicht wirklich ausgeprägt, aber ich habe von vielen Leuten gehört, dass die USA als Ganzes langsam anfangen zu verstehen, wie wichtig es ist, unser Zuhause und unseren Planeten zu schützen. Das Schöne an dieser Erfahrung ist für mich, dass wir alle voneinander gelernt haben. Die Amerikaner, mit denen wir alle in regelmäßigem Kontakt waren, interessieren sich jetzt definitiv mehr für diese Themen, weil wir Deutschen das offensichtlich auch tun, und wir hatten einige wirklich produktive Diskussionen darüber. Die Amerikaner wiederum haben uns beigebracht, aufgeschlossener zu sein und nicht immer alles so ernst zu nehmen.

Die letzten 6 Wochen waren einige der besten Wochen meines Lebens und ich möchte mich wirklich bei allen bedanken, die dies möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt natürlich der Joachim Herz Stiftung und allen, die diese wunderbare Zeit möglich gemacht haben, und ein großes Dankeschön an alle Amerikaner, die unser Leben in den USA zu dem Besten gemacht haben, was es hätte sein können.

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