Zwischen AC‘s, Plastiktüten und Comics

Ich hätte auch Klimaanlage schreiben können, aber AC klingt einfach cooler

Hi, ich bin Berfin, 21 Jahre alt und bin zurzeit Auszubildende Hotelfachfrau im zweiten Lehrjahr in Lüneburg.

Wie auch alle anderen hier, durfte auch ich mit der Joachim-Herz-Stiftung an diesem Projekt teilnehmen und acht Wochen in Atlanta verbringen.

Während ich unter der Klimaanlage fast erfriere, schreibe ich diesen Beitrag gerade im Goethe Zentrum, denn hier absolviere ich mein Praktikum und darf in die Arbeitswelt der Vereinigten Staaten schnuppern. Das Goethe Zentrum ist ein weltweit vertretenes, deutsches Kulturzentrum, in dem Sprachkurse stattfinden, aber auch Events.

Zurzeit bin ich im Team der Eventplanung und helfe mit, eine große Veranstaltung zu organisieren, Sponsoren zu kontaktieren und Einladungen zu verschicken.

Letzte Woche durfte ich Barkeeperin spielen auf unserem Comicopia Event, bei dem unsere Ausstellung „Comicopia Imagining Earth“ gezeigt wurde. Fünf verschiedene Comiczeichner ( unter anderem einer der Marvel-Zeichner) aus Atlanta, Frankreich und Deutschland wurden eingeladen und haben in Echtzeit einfach mal eben so ein Comic gezeichnet, während ich zehn Versuche brauche um ein Strichmännchen zu malen, das nicht so aussieht als hätte sich eine zweijährige daran versucht.

Bereits die Woche zuvor haben sich alle Stipendiaten bei uns im Goethe-Zentrum versammelt und durften schon mal einen Blick in die Ausstellung werfen.

*die Performance erwarte ich von meinen Strichmännchen*

„Don’t be shy girl, drop that Insta!“

Am Vormittag, bevor das Event losging (ja, ich weiß, dass ich es auch chronologisch hätte sortieren können), besuchte ich mit meiner Kollegin Angelika das Georgia Gwinnett College, da der dortige Deutschkurs im Mai eine Kursfahrt nach Berlin und Hamburg macht und deren Lehrerin Heike sich gewünscht hat, dass jemand aus der Generation ihrer Schüler deren Fragen beantwortet.

Also grub ich, bevor ich in den Klassenraum ging, mein Gen-Z-Ich hervor und versuchte so cool wie möglich meine Aufregung zu überspielen. Wozu die Aufregung? Ich hab mich auf Anhieb mit allen verstanden, konnte gut auf die Fragen, über den Kiez und den besten Döner Berlins (Oggi’s Gemüsekebab), der Schüler eingehen und wurde sogar gefragt, ob ich mich mit denen dann in Hamburg treffen möchte, da ging mein Herz auf.

Am Ende haben wir für mögliche zukünftige Fragen Telefonnummern ausgetauscht und ich hab nur aus der letzten Reihe den Satz „Don’t be shy girl, drop that Insta!“ gehört, in dem Moment wollte ich allen am liebsten einfach mein Freundebuch in die Hand drücken.

Naja, jedenfalls freue ich mich schon, denen zu zeigen, dass man in Deutschland auch ohne AC überleben kann 🙂

Anschließend bin ich mit Angelika noch Döner essen gegangen und es war ein wenig enttäuschend, wenn man Berliner Döner kennt.


Die Freude über Papiertüten

Wann bin ich so alt geworden und hab angefangen, mich über Biogemüse und Papiertüten zu freuen?

Das kann ich Euch sagen: am 15.03.2025, an dem Tag sind wir nämlich angekommen und auch ab diesem Tag stehe ich immer wieder unter Kulturschock.

Kleine Reese’s sind einzeln in Plastik verpackt, alle zusammen dann noch in einer größeren Plastikverpackung und an der Kasse wird alles nochmal in eine Plastiktüte gestopft, während sich in Deutschland unsere Papierstrohhalme in unseren Getränken auflösen und es in vielen Läden nur noch Papiertüten gibt, die im besten Falle auf dem Weg nach Hause auch noch reißen.

❗️ICH FIND DAS TOLL, versteht mich nicht falsch !!

Aber dementsprechend war ich schockiert, wie viel Plastik hier verschwendet wird und JA meine Freude war groß, als ich im Kroger stand und gesehen hab, dass sie auch Papiertüten anbieten.

Kroger: unser Lieblingsladen seit ein paar Wochen, aber entsetzt waren wir trotzdem als wir gehört haben, dass wir von Leuten, die wir hier kennengelernt haben, die „Kroger-Mädels“ genannt werden.


Pizza und Abschied

Diese Woche mussten wir uns leider von den KSU-Stipendiaten verabschieden, aber damit der Abschied weniger traurig wird, gab es Pizza

Wir haben uns zwar nicht oft gesehen, aber dennoch ist mir jeder einzelne irgendwie doch ein bisschen ans Herz gewachsen und der Gedanke, die letzten zwei Wochen nicht gemeinsam verbringen zu dürfen hat mich dann doch ein bisschen traurig gemacht.

Vorallem, weil mir bewusst geworden ist, dass auch uns, den Interns, nicht mehr viel Zeit hier bleibt.

Mit unseren Bäuchen voller Pizza, haben wir dann den Abend ausklingen lassen und uns lustige Geschichten erzählt.

In den letzten Wochen haben wir alle sehr viel miteinander erlebt, wir waren in Covington im Herz-House, wo wir als erste Gruppe hindurften, waren in New York und bei einem NBA-Spiel.

Vergangene Woche hat die Firma einer unserer Interns uns zu einem Baseballspiel eingeladen, aber ich muss sagen, dass ich nur für die Pausen da war, weil die mich beim Basketballspiel schon überzeugt haben.

All diese Erlebnisse und Erfahrungen, die wir bereits gemeinsam sammeln durften, sind so wertvoll für unsere berufliche, aber auch für unsere persönliche Weiterentwicklung.

Ich hab in den letzten Wochen gemerkt, dass mir so viel mehr Türen offen stehen, als ich dachte und dass manche Türen einfach mal angestupst werden müssen um zu sehen, dass sie schon immer offen waren. Durch diese Erkenntnis laufe ich mit viel mehr Selbstbewusstsein durch die fremden Straßen, weil ich weiß, dass egal wo ich bin, ich immer meinen Platz finden werde 🌷

Ich denke, das ist jetzt ein guter, vielleicht zu poetischer Abschluss und bedanke mich für die Aufmerksamkeit!

Nutzt eure Chancen und habt ganz viel Spaß!!

Berfin 🦦

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