Ich heiße Mika, bin 21 Jahre alt und mache eine Ausbildung zum Industriekaufmann.
Auf das Auslandsprogramm der Joachim Herz Stiftung wurde ich durch einen Kollegen in meiner Ausbildung aufmerksam. Er hatte selbst daran teilgenommen und kam begeistert davon zurück. Als das Programm dann auch noch in der Schule vorgestellt wurde, war klar: Das ist meine Chance. Die Aussicht, tiefer in die amerikanische Kultur einzutauchen, mein Englisch zu verbessern und gleichzeitig ein spannendes Praktikum zu machen, hat mich sofort gepackt. Ich war schon einmal als Tourist in den USA und fand das Land einfach faszinierend. Jetzt wollte ich es wirklich erleben den Alltag, das Arbeitsleben, die Mentalität.
Natürlich hatte ich auch Zweifel. Was, wenn ich mich nicht zurechtfinde? Doch diese Sorge war schnell vergessen. Die Stiftung organisiert alles extrem gut und man merkt schnell, dass man nicht allein ist. Alles läuft, irgendwie.

Arbeiten im US-Marketing: Kreativ, serviceorientiert und voller Chancen
Mein Praktikum absolviere ich im Marketingteam von ZwickRoell in Kennesaw, einem Ort in der Nähe von Atlanta. Die Arbeit hier ist anders als in Deutschland – nicht weniger strukturiert, aber flexibler, offener für neue Ideen und mit einem starken Fokus auf Innovation. Ich bekomme viel Raum, um mich kreativ einzubringen. Einer meiner größten Aufgabenbereiche ist LinkedIn: Ich analysiere Content, erfasse KPIs, visualisiere Trends und helfe dabei, unsere Onlinepräsenz strategisch weiterzuentwickeln.
Zusätzlich erstelle ich Beiträge, Audiobooks und arbeite an der Website. Ich durfte auch bei Demos dabei sein, bei denen die Maschinen potenziellen Kunden live vorgeführt werden – eine tolle Gelegenheit, das Produkt aus erster Hand zu erleben. Weitere Aufgaben sind z. B. die Pflege von Kontakten, das Recherchieren potenzieller Kunden oder die Teilnahme an Meetings. Ich habe sogar schon einen Vortrag gehalten, als unsere Programmgruppe zu Besuch war.
Besonders beeindruckt mich die serviceorientierte Denkweise im Unternehmen. Es geht immer darum, echten Mehrwert zu schaffen und den Kunden den bestmöglichen Service zu bieten. Auch der Umgang mit neuen Technologien ist bemerkenswert. KI ist hier längst Teil des Alltags, Innovationen werden schnell integriert und Fehler sind ein akzeptierter Teil des Lernprozesses. Die positive Grundhaltung sorgt für ein angenehmes und produktives Arbeitsumfeld.

Zwischen Fastfood, Smalltalk und Basketball
Auch außerhalb des Praktikums ist mein Alltag hier spannend und vielfältig. Ich wohne in einem Airbnb in Kennesaw, gemeinsam mit meinem Vermieter, und werde jeden Tag von meinen Kollegen zur Arbeit gebracht. Einkäufe erledige ich zu Fuß im nächstgelegenen Supermarkt.
Was mir besonders auffällt: Die Menschen hier sind extrem offen. Smalltalk ist Teil des Alltags und öffnet erstaunlich viele Türen. Man kommt schnell ins Gespräch, lernt neue Leute kennen und wird direkt herzlich aufgenommen. Diese Kommunikationsfreude macht vieles leichter und hat mir geholfen, mich schnell wohlzufühlen.
In meiner Freizeit erlebe ich die Vielfalt des amerikanischen Lebens: Ich gehe zu Sportveranstaltungen wie Basketball-, Baseball- oder Fußballspielen, gehe Rollerskaten oder Football spielen, erkunde die Stadt oder genieße einfach das gute Essen. Atlanta bietet unzählige Möglichkeiten: Museen, Festivals, Konzerte, Bars, leckeres Essen an jeder Ecke – langweilig wird es hier nie.

Was bleibt? Mehr als ich dachte.
Ich bin während dieser Zeit gewachsen – beruflich wie persönlich. Ich bin gelassener geworden, besser organisiert, offener. Ich habe gelernt, mich außerhalb meiner Komfortzone zurechtzufinden. Ich bin sicherer im Umgang mit KI und darin Smalltalk zu führen.
Marketing hat mir in dieser Zeit richtig Spaß gemacht. Ob ich in diesem Bereich bleibe, weiß ich noch nicht sicher. Aber ich habe gespürt, was möglich ist, wenn man sich etwas zutraut. Meine Perspektive auf den Arbeitsalltag, auf Kundenorientierung und auf meinen Beruf hat sich definitiv erweitert.

Danke & Ausblick
Ich bin sehr dankbar, Teil dieses Programms gewesen zu sein. Es hat mir nicht nur beruflich, sondern auch menschlich unglaublich viel gebracht. Jetzt freue ich mich darauf, meine Familie und Freund wiederzusehen und die Erfahrungen, die ich hier gesammelt habe, in meinen weiteren Weg einfließen zu lassen.
Ein besonderer Impuls, den ich aus den USA mitnehme, ist das gesellschaftliche Engagement. Hier ist es völlig normal, sich in seiner Freizeit ehrenamtlich zu engagieren – sei es im sozialen, kulturellen oder sportlichen Bereich. Diese Haltung hat mich inspiriert, auch in Deutschland aktiv zu werden und mich umzuschauen welches Ehrenamt zu mir passen würde.
