Working @ ACG
Servus beinander, ich hab heute nochmal das Vergnügen, euch etwas aus meinem Arbeitsleben hier in New York zu erzählen. Manche kennen mich vielleicht schon aus meinem „Samstage in New York“ – Eintrag. An alle anderen: Ich bin Thomas, 25 Jahre alt und aus der Nähe von München. Zurzeit mache ich meine Ausbildung zum Bürokaufmann und bin mittlerweile seit sieben Wochen hier in New York. Heute gibt‘s einen kleinen Einblick in meine Arbeit im Big Apple.
Kommen wir aber nun mal dazu, was ich hier eigentlich mache. Unser Team besteht aus gerade einmal zehn Kollegen, wir sind also eine sehr familiäre Nonprofit-Organisation. Ich unterstütze das Team bei verschiedensten Aufgaben. Darunter fällt zum Beispiel die Datenpflege in unserer Datenbank, das Auswerten von Statistiken oder auch das Zusammenfassen von Events (die Zusammenfassungen werden im Nachgang an alle Mitglieder gesendet und müssen sprachlich tadellos und dürfen auf gar keinen Fall Fehler aufweisen – auch für einen geübten, nicht-native Sprecher nicht die einfachste Aufgabe). Zudem unterstütze ich bei der Vorbereitung auf das diesjährige Gala Dinner der ACG. Hier werden jedes Jahr Persönlichkeiten geehrt, die eine besondere Leistung für den transatlantischen Austausch erbracht haben. Dieses Jahr sind die Preisträger Lufthansa CEO Carsten Spohr und Wall Street Journal Reporter Evan Gershkovich. Gäste von ähnlichem Kaliber werden die Gala besuchen und ich bin sehr dankbar, dass ich daran teilnehmen darf.

Meine internship absolviere ich beim American Council on Germany. Hier versucht man konstant die transatlantischen Beziehungen zu verbessern . Das Gemeinwesen in Deutschland, Europa und den Vereinigten Staaten wird gestärkt, indem mangegenseitiges Verständnis, pragmatische Problemlösungen und positiven Wandel durch Dialog, Engagement und innovative Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen, sowie einem globalen Netzwerk engagierter Führungskräfte und Institutionen fördert. Das bedeutet, hier werden Networking Events gehosted, bei denen politischer, ökonomischer und transatlantischer Diskurs stattfindet. Bei solchen Veranstaltungen gibt es eigentlich immer einen Speaker und einen Moderator, der die Diskussion führt, teils selbst Fragen stellt, aber nach dem Vortrag des Speakers auch die Teilnehmer für Fragen einbindet. Den Teil des Moderierens übernimmt meist Steve, unser CEO und Präsident. Als Speaker sind oft führende Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft eingeladen – während meiner Zeit hier durfte ich natürlich an den Events teilnehmen und habe unter anderem den ehemaligen Finanzminister Christian Lindner und den deutschen Botschafter in den USA kennengerlent. Die Events finden zu verschiedensten Themen statt, mal geht es um die ökonomische Situation in Deutschland, mal um die Wahlen in den USA, mal um den Ukraine-Krieg. Es sind mannigfaltige Themen, die – zumindest für mich – immer super interessant waren, vor allem im Hinblick auf die Persönlichkeiten, die man kennenlernen darf. Wer möchte, kann gerne in die virtuellen Events reinschnuppern. Die findet man hier: https://acgusa.org/events/ 😊

Grundsätzlich macht mir meine Arbeit hier sehr Spaß. Durch das kleine Team entsteht eine sehr entspannte Atmosphäre. In Deutschland arbeite ich in der Fraunhofer-Zentrale mit mehr als 1.200 Mitarbeitern, also ein ziemlicher Unterschied. Mein einfacher Arbeitsweg ist kürzer (15min vs 75min) und durch die 24/7 fahrende NY Subway deutlich entspannter als mit der allzeit nicht verlässlichen Deutschen Bahn. Das verschafft mir schon mal einen deutlich lockereren Arbeitsalltag und oben drauf kommt noch das Benefit einer Vier-Tage-Woche. In meiner Internship komme ich nämlich in den Genuss dieses heißdiskutieren Modells und die deutlich bessere Work-Life Balance macht mich zu einem Befürworter.
Zu den kleinen Highlights meines NY-Aufenthalts zählt auch mein Arbeitsweg an sich. Die sehr kurze U-Bahn Fahrt und dann der kleine Fußweg, bei dem ich mitten in der New Yorker Skyline unterwegs bin, beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue.

Auch die Mittagspause lässt mich immer wieder lächeln. Mein Büro befindet sich im zehnten Stock auf Höhe der 56en Straße in Midtown, Manhattan. Da wir mit warmem Wetter gesegnet wurden – bis jetzt hatten wir zwei Regentage und am Wochenende hatten wir über 20 Grad! Im November!! – konnte ich meine Pause oft auf dem kleinen Balkon unseres Büros machen, mit direktem Blick auf den Trump Tower.

Apropos Trump, die Wahl hat natürlich auch in meiner Arbeit einen Großteil der Events beeinflusst. Oft wurden Fragen gestellt wie „How prepared is Germany and the EU for a second Trump administration?” und zu oft war die Antwort „not prepared enough“. Nach dem wirkich überraschenden Landslide Sieges Trumps, werden wir wohl nun allzubald sehen, ob sich die Analyse aus den Veranstaltungen mit denen der Realität gleicht.
Meine bzw. unsere Zeit in den USA neigt sich langsam dem Ende zu. Diesen Blog hier schreibe ich gerade Sonntagabend – es bleibt also weniger als eine Woche bis wir den Heimweg antreten. Ich für meinen Teil werde sehnsüchtig auf diese Zeit zurückblicken. Mir wird dabei nicht nur die Stadt bzw. das Land an sich in Erinnerung bleiben, sondern vor allem auch die Freundschaften, die sich hier über acht Wochen entwickelt haben. Wir teilen Erinnerungen, die wir unser Leben lang behalten werden und die uns für immer prägen. Ich denke die Zeit hat jede/n von uns verändert. Manche wahrscheinlich mehr und manche weniger, aber ich denke, dass alle von uns sehr positiv auf die uns gegebene Möglichkeit zurückblicken werden.
– Thomas
