Arbeitsleben in New York

Hallo Zusammen,

ich heiße Melina Möckel und mache mein Praktikum bei der Firma JLC Environmental Consultants. Bevor wir morgen wieder den Heimweg antreten, möchte ich noch von meiner Arbeit im Labor und generell von den Erfahrungen bei meiner Gastfirma berichten.

Erfahrungen im Labor bei JLC Environmental Consultants – Einblicke in die Asbestanalyse

In den letzten zwei Monaten habe ich als Auszubildende für Chemielaborantin bei JLC Environmental Consultants in New York einige Einblicke in die Welt der Umweltanalytik erhalten. Besonders faszinierend ist die Arbeit mit Proben, die auf Asbest untersucht werden. Asbest ist ein hochgefährliches Material, das in vielen älteren Gebäuden vorkommt und gesundheitliche Risiken birgt, weshalb die Analyse von Asbestfasern äußerst wichtig ist.

Ein großer Teil meiner Arbeit besteht in der Probenvorbereitung. Die Proben, die wir bearbeiten, kommen aus verschiedenen Bereichen, hauptsächlich aus Boden-, Gebäude- und Luftproben. Meistens handelt es sich um Materialien wie Teile von Isolierungen, Tapeten oder Bodenfliesen. Zunächst wiege ich diese Proben sorgfältig auf einer Analysenwaage ab, um die genaue Menge für die weiteren Tests zu bestimmen. Dies ist ein sehr präziser Schritt, da die Mengenangaben für die Analyse von Asbestfasern entscheidend sind.

Nach dem Abwiegen kommen die Proben in den Laborofen, um eine Vorbehandlung zu durchlaufen. Hier werden die Proben auf hohe Temperaturen erhitzt, um organische Bestandteile zu verbrennen. Dieser Schritt ist notwendig, damit nur noch die anorganischen Bestandteile, wie die Asbestfasern, übrigbleiben.

Abzug mit den hitzebehandelten Proben

Ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit findet im sogenannten Wet-Lab statt. Hierbei handelt es sich um einen Bereich des Labors, in dem ich unter einem Abzug arbeite, um gefährliche Dämpfe abzuführen. Nachdem die Proben erhitzt wurden, versetze ich sie mit konzentrierter Salzsäure, um die restlichen organischen Materialien zu entfernen. Dieser Prozess erfordert Sorgfalt und eine ruhige Hand, da die Salzsäure tatsächlich gefährlich sein kann, wenn man damit in Berührung kommt.

links vorbereitete Proben in Petrischalen, rechts der Abzug mit Vakuum-Saugflasche

Besonders interessant ist anschließend das Arbeiten mit einem polarisierten Mikroskop, das in der Analyse von Asbestfasern unerlässlich ist. Mit diesem Mikroskop können wir Asbestfasern zählen, um festzustellen, ob die Probe die gefährliche Konzentration überschreitet. Es hat einen drehbaren Probenhalter, mit dem man die Wechselwirkung der Fasern mit dem Polarisierten Licht sichtbar machen kann. Jedes Material besitzt einen spezifischen Brechungsindex und Wechselwirkung und mit polarisiertem Licht, wonach man die Fasern als Asbest klassifizieren kann oder nicht.

Ein inspirierendes CREW Lunch in New York: Frauenpower und Networking

Wenn ich Vor drei Tagen hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit meiner Chefin von JLC am CREW Lunch in New York teilzunehmen, einer Veranstaltung des Netzwerks Commercial Real Estate Women (CREW). CREW setzt sich weltweit dafür ein, Frauen in der Immobilienbranche zu fördern und zu vernetzen. Für mich als Auszubildende in einem anderen Bereich war das Event eine spannende Gelegenheit, mehr über diese Branche zu lernen und gleichzeitig Frauen in Führungspositionen zu treffen, die mich ganz schön beeindruckt haben.

meine Chefin und ich beim Lunch

Das Event begann mit einer halben Stunde für Networking, was für mich eine völlig neue Erfahrung war. Ich stand mit einem Getränk in der Hand in einer Gruppe von Frauen, tauschte Business Cards aus und knüpfte erste Kontakte. Es war erstaunlich, wie schnell die Atmosphäre entspannt und gleichzeitig professionell war. Obwohl ich als „Neue“ in diesem Bereich da war, fühlte ich mich sofort wohl und gut aufgehoben – die Frauen waren nicht nur kompetent und erfahren, sondern auch äußerst freundlich und hilfsbereit. Es waren außerdem auch einige junge Frauen dabei, denen ich mich sofort angeschlossen habe. Die positive Stimmung und der Austausch von Ideen gaben mir das Gefühl, Teil einer starken und unterstützenden Gemeinschaft zu sein.

Im Anschluss an das Networking wurde ein elegantes Drei-Gänge-Menü serviert, und das Panel begann seine Diskussion. Das Thema „Reimagining New York City: The Challenges and Opportunities in Office to Residential Conversions“ war sowohl spannend als auch aktuell, da viele Bürogebäude in New York aufgrund der zunehmenden Heimarbeit leer stehen. Außerdem sind bezahlbare Wohnungen, besonders in Manhattan, absolute Mangelware. Das Panel, bestehend aus drei Frauen und einem Mann, beleuchtete die Herausforderungen und Potenziale dieses Themas aus verschiedenen Perspektiven.

Ich fand es sehr spannend, einen Einblick in die New Yorker Business Szene zu gewinnen; so kenne ich das von daheim nämlich gar nicht.

das Panel

Schlussworte

Auch wenn es bei mir in der Arbeit ab und zu etwas holprig verlief oder ich etwas geschockt von der Arbeitseinstellung Mancher oder den Laborsicherheitsvorkehrungen war, bin ich wahnsinnig froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Es ist ein großes Privileg, hier für zwei Monate in die Job-Welt eintauchen zu können. An dieser Stelle auch nochmal ein dickes Dankeschön an Alle, die mir das hier ermöglicht haben!

Die allerbesten Grüße aus New York!

-Melina

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