Das Rezept für gute Führung

Hi! Ich bin Philipp, Hörakustiker-Azubi im zweiten Lehrjahr und das ist meine zweite Woche an der Kennesaw State University mit der Joachim-Herz Stiftung. Das Motto diese Woche war „Leadership“, deshalb möchte ich hier darstellen, wie ich Führung bzw. Führungsstile an der KSU, auf unserem Ausflug zum Atlanta Technical College und allgemein in diesem Austausch erlebt habe.

Da ich zum ersten mal in den USA bin, musste ich mich an viele Dinge gewöhnen, die hier anders sind. Ein Thema, dem man hier immer wieder begegnet ist „Führung“. In der ersten Woche haben wir die Leitthemen dieses Programms näher gebracht bekommen und eines davon war auch Führung und Führungsstile, deshalb möchte ich hier gerne ein paar meiner Begegnungen mit diesem Thema präsentieren.

Typisch US-amerikanische Spinde am ATC

Public Speaking – Öffentliches Sprechen

Am Montag hatten ein paar Mitstipendiaten und ich ein besonderes Erlebnis als wir eine sog. „Public Speaking“-Vorlesung besucht haben. Vorlesung ist hier vielleicht nicht ganz passend als Bezeichnung, weil die Studenten der KSU aus einem Korb Zitate jeglicher Art ziehen mussten und dazu eine anderthalbminütige Rede halten. Die Studenten hatten also mit uns nochmal ein bisschen mehr Druck zu performen, was ihnen jedoch überhaupt nichts ausgemacht hat, weil alle Reden beeindruckend gut waren. Hierbei kam mir der Gedanke, dass die Fähigkeiten, einerseits vor einem Publikum sprechen zu können und andererseits in Drucksituationen improvisieren zu können, absolut notwendig für eine gute Führungsperson sind.

Interaktiver Workshop mit Dr. Wooten und Dr. Smith

Die Workshops von Dr. Brian Wooten und Dr. Sabine Smith waren eine gute Gelegenheit noch mehr über gute Führung zu lernen. Angefangen hat der Tag mit Dr. Wootens Workshop zu Situational Leadership, hierbei hat er verschiedene Typen von Führungspersonen und Anhängern identifiziert und deren Stärken und Bedürfnisse beleuchtet. Die Kernaussage sollte hier sein, dass durch die Identifizierung der verscheiden Typen das Leitmotiv von guter Führung sich dazu entwickelt hat, dass man durch genaues Beobachten ein Umfeld für seine Mitarbeiter bzw. Anhänger schafft, in dem alle motiviert und willig sind fokussiert und effektiv zu arbeiten.

In Dr. Smiths Workshop lag der Fokus dagegen eher auf den verschiedenen Führungsstilen und Bedürfnissen der Leute im eigenen Arbeitsumfeld. Zuerst hat sie uns mit „Code-Switching“ bekannt gemacht, was meist eine automatische Anpassung ist, die man vornimmt, wenn man mit Leuten aus anderen Kulturen oder mit anderen Sprachen interagiert. Das kann auch für den Arbeitsplatz nützlich sein. Nachfolgend ging es darum, dass man die verschiedenen Bedürfnisse seiner Mitarbeiter erkennt und sie durch gezielte Hilfe und Führung besser unterstützen kann. Außerdem wurden verschiedene Führungsstile vorgestellt, von denen manche eher introvertiert und andere eher extrovertiert sind. Hier kommt es dann auch wirklich darauf an zu verstehen, wie man tickt und mit wem man es zu tun hat, weil jeder Stil andere Ziele und Präferenzen hat. Zusammenfassend kann man also behaupten, dass Selbstsicherheit und soziales Bewusstsein entscheidend sind, um eine gute Führungsperson zu werden.

Treffen mit Dr. Seals am Atlanta Technical College

Mein persönliches Highlight diese Woche war es Dr. Victoria Seals, die Präsidentin des Atlanta Technical College, zu treffen. Sie hat einen kurzen Vortrag gehalten über ihre Herausforderungen als Führungsperson und was ihren Führungsstil ausmacht. Als ich sie gefragt hab, was die wichtigsten Qualitäten für eine gute Führungsperson sind, erklärte sie, dass sie sehr viel Wert auf Geduld, Bodenständigkeit, Teamarbeit und aufmerksames Zuhören legt. Diese Angaben passten auch sehr gut in den generellen Eindruck, den sie gemacht hat, ihre Präsenz hat eine gewisse Ruhe in den Raum gebracht und man hat ihr die Bodenständigkeit auch angemerkt. Außerdem hat man anhand des Lobes ihrer Arbeitskollegin eindeutig gemerkt, dass Leute ihr gerne folgen und ihre Vision teilen. Diese Qualität machen sie für mich zu einem sehr guten Beispiel einer Führungsperson.

Vergleich von Amerikanischen und Deutschen Führungsqualitäten

Wenn man den amerikanischen mit dem deutschen Ansatz vergleicht, kann man durchaus beobachten, dass man in den USA einen größeren Tatendrang hat, während der typisch deutsche Stil eher vorsichtiger und durchgeplanter ist. Auch habe ich den Eindruck gewonnen, dass man hier in den USA mehr Risikobereitschaft an den Tag legt als in Deutschland. Eine Gemeinsamkeit in der Denkweise ist jedoch, dass beide ein gutes Umfeld für ihre Mitarbeiter schaffen wollen, in dem sich alle wohl fühlen.

So habe ich alles in allem Führungspersonen und -stile in meiner zweiten Woche in den USA erlebt, es waren sehr viele neue Eindrücke und interessante Personen, die ich kennenlernen durfte. Ich freu mich auf eine hoffentlich weiter aufregende und lehrreiche Zeit und darauf, dass ihr diesen Blog hoffentlich weiterhin lest. Dankeschön!

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